Unsere Campingplatz befand sich nicht nur zufällig im der Waitomo-Region. Dort gibt es nämlich auch die wohl bekanntesten (und leider auch am teuersten vermarkteten) Glühwürmchenhöhlen der Nordinsel.
Wir hatten uns für einen kleineren Veranstalter entschieden, der eine dreistündige Tour durch zwei verschiedene Höhlen anbot. Mit einem kleinen Van wurde unsere Gruppe mit 11 Personen (bereits inklusive Lara) zu der Mangawhitikau Cave gefahren, wo Lara mal wieder ihre Kraxe besteigen durfte und wir uns zu Fuß auf den Weg in die Höhle hinein machten.
Leider war Meli und mir ein kleiner Planungsfehler unterlaufen und wir hatten die Tour um 10 Uhr gewählt...die Zeit zu der Lara in der Regel nochmal eine Runde schläft. Da allerdings in der Höhle alles so interessant war, fand sie natürlich nicht in dem Schlaf und wurde nach und nach entsprechend ungemütlicher.
Während wir immer tiefer in die schöne Höhle eintauchten und der Guide uns alles mögliche erklärte, nahmen langsam aber sicher die Glühwürmchen an der Höhlendecke zu. Schließlich erreichten wir einen unterirdischen Fluss und dort bestiegen wir ein kleines Boot. Als die Lichter erloschen, erstrahlte über uns plötzlich eine Milchstraße aus tausenden von Glühwürmchen, die die komplette Höhlendecke erleuchteten! Diese spiegelten sich im Wasser des Flusslaufes, den wir ein Stück weit entlang trieben. Die magische Szenerie wurde aber leider jäh durch Lara unterbrochen, die mittlerweile endgültig die Nase voll hatte und sich lautstark beschwerte. Letztendlich waren wir froh, als die dann plötzlich endlos erscheinende Bootsfahrt vorbei war, auch wenn sie eigentlich der Höhepunkt der Tour war...
Nach einer kurzen Mittagspause, in der sich dank Pizzaschnecken und Tageslicht auch Lara wieder beruhigte, ging es dann zu Fuß weiter zur Cave of Spirits. Auf dem Weg dorthin schlief Lara dann zur Freude aller und zu ihrem Glück endlich ein, so dass wir die zweite Höhle entspannt erkunden und Lara sich erholen konnte. In dieser Höhle gab es zwar kaum noch Glühwürmchen, dafür aber jede Menge Stalaktiten, Stalagmiten, Lichtlöcher und sonstige Karsterscheinungen zu bestaunen. Rundum kann man sagen, dass es schon ein gelungener Ausflug war, wenngleich leider auch ziemlich kostspielig. In ein paar Tagen werden wir vermutlich noch eine kostenlose Glühwürmchenhöhle erkunden, dann wird sich zeigen, ob es das Geld heute wert war...
Im Anschluss an die Tour machten wir noch einen kleinen Spaziergang im Ruakuri Gebiet. Dort ging es auf einem kleinen Weg durch dschungelartige Vegetation, durch Höhlen, über Brücken und an Bachläufen entlang. Fantails begleiteten uns mal wieder auf den Wegen. Das sind süße Singvögel, die ziemlich neugierig sind. Einer von ihnen hatte uns schon durch ein ganzes Waldstück im Abel Tasman NP begleitet. Wir waren fast die einzigen auf dem Weg, weshalb uns der Abstecher gleich nochmal ein wenig besser gefiel.
Da noch etwas Zeit war, legten wir dann mal wieder etwas Strecke zurück. Mittlerweile scheint sich Lara auch ein bisschen besser an die Fahrten in unserem Camper gewöhnt zu haben, denn sie machte die zweistündige Weiterfahrt super mit! Wir kamen schließlich an einem günstigen DOC Campingplatz mitten in der Natur an, wo außer uns lediglich ein weiterer Camper stand. Und genau diese eine Familie kam ausgerechnet aus Renningen!! So quatschten wir dann den ganzen Abend miteinander, während Lara super mit den beiden andren Kindern spielte. Manchmal gibt es einfach so Zufälle, die man vorher nicht glauben mag :-)
Um 22 Uhr als ich gerade ins Bett wollte, kam mir dann vor dem Camper nochmal Sven (von der anderen Familie) entgegen und wir gingen spontan noch Fotos machen in einem nahegelegenen Tunnel. Anschließend war dann aber echt Zeit zum schlafen.