Morgens standen heute gleich wieder Boulder auf dem Plan. Mit den anderen vier machten wir uns wieder alle gemeinsam auf den Weg, diesmal zu den Koutu Boulders. Eigentlich hätten wir sie weggelassen, da wir ähnliche Steingebilde schon in Moeraki zu Beginn unserer Reise gesehen hatten. Da sie aber direkt auf dem Weg lagen und wir heute genügend Zeit hatten, bauten wir den Stopp nochmal ein.
So stapften wir bei Ebbe den Strand entlang und kamen abermals an großen und kleinen Dino-Eiern vorbei. Wir kletterten munter dort herum und waren im Gegensatz zu Moeraki erfreulicherweise fast alleine dort.
Anschließend ging es weiter zum Waipoua Wald, wo sich jede Menge Kauribäume befinden. Nach der obligatorischen Schuh-Desinfektion begannen wir dann gleich mit dem größten von ihnen. Der 'Tane Mahuta' - oder auch Lord of the Forest - ist schätzungsweise 2000 Jahre alt, 51 Meter hoch und hat einen Stammumfang von knapp 14 Metern! Er ist damit der größte Kauri Neuseelands. Nur etwa 3 km von ihm entfernt, spazierten wir dann noch zum ältesten Kauri des Landes und vier weiteren, miteinander verwachsenen Kauris, den Four Sisters. Die Größe der Bäume ist echt beeindruckend!
Den Abend verbrachten wir anschließend auf der DOC-Campsite am Trounson Kauri Park - welches gleich der nächste Wald ist. Als wir ankamen trauten wir erstmal unseren Augen kaum: Wir waren die einzigen Leute dort. Nachdem wir uns dann schließlich für einen Platz entschieden hatten und wir zu Abend gegessen hatten, ging es für Sven, Meli, Lara und mich nach Einbruch der Dunkelheit nochmal los. Von der Campsite aus kann man nämlich auf einen kleinen Rundwanderweg durch den Wald starten und hat dort die größte - wenn auch dennoch eher kleine - Chance wild lebende Kiwis zu sehen oder zu hören.
Ausgestattet mit Rotlicht-Stirnlampen machten wir uns also leise auf den Weg in den Wald hinein. Lara schlief, wie erhofft, bald in der Kraxe ein und wir lauschten auf jedes Rascheln im Wald. Erstmal führte uns das leider aber erstmal zu zwei Possums, die dummerweise mit die größten Feinde der Kiwis sind, was unsere Hoffnung auf diese weiter schwinden lies. Wir kamen immer wieder an großen Kauris vorbei und nach etwa einer Stunde im Wald wurde es irgendwann mucksmäuschenstill...bis Meli schließlich husten musste. Und das wiederum löste ein Rascheln im Wald neben uns aus. Wir hörten plötzlich eindeutig etwas Zweibeiniges durchs Unterholz huschen - definitiv kein Possum! Auf Zehenspitzen folgten wir dem Rascheln auf unserem Holzsteg, bis es schließlich näher kam und unter dem Steg hindurch huschte. Und da stand er dann neben einem Kauri etwa 5 Meter von uns entfernt: ein ausgewachsener Kiwi! Doch so schnell wie er kam, war er leider auch schon wieder im Unterholz verschwunden, leider sogar noch bevor Meli ihn erblicken konnte. Wir hörten ihn kurz darauf nochmals rufen, aber er traute sich leider nicht mehr in unsere Nähe. Es gibt sie also tatsächlich noch hier, die wild lebenden Kiwis :-)
Anschließend ging's vollends zurück zur Campsite, wo wir uns noch bis Mitternacht mit Sven und Alex unterhielten.
(Es gibt leider nur ein Bild vom Possum, der Kiwi war zu schnell wieder weg...)