Heute wurde uns schnell klar, dass auch bei ausführlichster Planung nicht alles rund läuft. So ist das Ministerium, in welchem wir unsere Nationalpark-Genehmigungen organisieren wollten kurzerhand umgezogen und in der eigentlich deutschsprachigen Apotheke verstand einfach mal niemand deutsch. Letztlich bekamen wir aber doch noch alles organisiert, wenn auch nicht ganz in der vorgestellten Zeit.
So starteten wir mit einer Stunde Verspätung in Richtung unseres nächsten Ziels: der Kalahari Anib Lodge in der Nähe von Mariental. Die Verspätung wäre ja eigentlich nicht ganz so schlimm gewesen, wenn wir dort nicht nur eine Nacht hätten. Da wir aber unbedingt den Sundowner-Gamedrive dort mitnehmen wollten, ging es also Vollgas 300 km weit in den Süden. Die autobahnähnlich ausgebaute Straße war in super Zustand und das Lenkrad hätte man stellenweise auch ausbauen können, da es kilometerweit nur stur geradeaus durch die Steppe ging.
Gerade noch rechtzeitig kamen wir um 3 Uhr nachmittags dann in der Lodge an. Nachdem wir schnell unsere wiederum hübschen Zimmer bezogen hatten, saßen wir eine halbe Stunde später schon wieder in einem Jeep, in welchem wir mit Steffi, unserer deutschsprachigen Führerin kreuz und quer über das 10.000 ha große Gelände gefahren wurden. Da wir den 9-sitzigen Jeep ganz für uns alleine hatten, konnten wir die Fahrt bei genügend Platz für alle voll und ganz genießen.
Es dauerte nicht lange, bis wir die ersten Springböcke und Antilopen erblickten. Auch so ziemlich alle sonstigen Tiere, die wir gestern noch auf dem Teller hatten, sprangen über das riesige Gelände. Während Steffi uns immer wieder interessantes erzählte, näherten wir uns langsam aber sicher dem Sonnenuntergang. Doch plötzlich rief Hannah ganz aufgeregt: "Schiiiraffen!". Und tatsächlich, ein paar Meter neben uns stand zwischen Büschen versteckt eine kleine Giraffen-Familie. Während uns das Junge ganz neugierig musterte, rissen Vater und Mutter unbeeindruckt weiter Blätter von den Bäumen. So können wir nun also am zweiten Tag alle mit Gewissheit sagen, dass wir nun Giraffen in Namibia gesehen haben :)
Wir waren völlig aus dem Häuschen und hätten den langen Hälsen noch ewig zuschauen können, doch irgendwann mussten wir schließlich weiter. So wurde der Allrad-Modus aktiviert und dann ging es eine tiefrote Sanddüne hinauf, wo wir dann bei ein paar Drinks den Sonnenuntergang genossen.
Auf dem Rückweg zur Lodge rastete dann unsere Führerin vollkommen aus: Lief doch da tatsächlich ein Erdferkel vor uns über den Weg! Genauso wie ihr jetzt vermutlich hätten wir auch geschaut, wenn unsere Fahrerin nicht zu Beginn der Tour erzählt hätte, dass es eigentlich ausgeschlossen ist dieses Tier zu sehen, da sie es in ihrem Leben erst einmal zu Gesicht bekam...und sie macht die Gamedrives jeden Tag! Naja, mehr als ein verwackeltes Hinterteil konnte ich bildlich leider nicht festhalten, aber als ein Beweisbild dieses lustigen Tierchens genügt es immerhin :)