Neben einer langen Fahrt in den Norden stand uns heute erstmal der Kauf eines neuen Reifens bevor. Nachdem wir telefonisch einen Händler ausfindig gemacht hatten, der unsere Größe vorrätig hatte, ging es in das 100 km entfernte Tsumeb, das wenigstens so halbwegs auf unserer vorgesehenen Route lag. Die Mitarbeiter staunten nicht schlecht, als sie unseren völlig zerfetzten Reifen sahen. In Windeseile zogen sie dann einen neuen auf und montierten diesen freundlicherweise gleich. Mal abwarten, ob unsere Versicherung den Reifen am Ende der Reise bezahlt...
Nach ein paar Besorgungen ging es dann weiter zu einem riesigen Affenbrotbaum oder Baobab, wie er hier genannt wird. Mit seinen 18,5 m Stamm-Umfang sahen wir davor recht mickrig aus. Nach ein paar Kletterübungen und Fotos ging es dann aber endgültig in Richtung Caprivi. Der nördlichste Zipfel Namibias wird bestimmt durch den Okavango-Fluss, welcher die Region insgesamt viel grüner erscheinen lässt. Dies fiel uns bereits auf der Fahrt auf, da immer mehr Palmen und in voller Blüte stehende Bäume erschienen.
Nach einem Veterinärzaun folgten dann links und rechts der Fahrbahn ununterbrochen kleine Siedlungen aus einfachsten Holz- und Wellblechhütten. Die Kinder spielten mit selbstgebastelten Drahtautos und kickten mit Dosen als Fußbällen. Die Männer fuhren mit Ochsenkarren an der Straße entlang und die Frauen trugen alles mögliche auf ihren Köpfen durch die Gegend. Afrika pur! Bei all der Armut lachten aber dennoch all die Kinder und wir hielten schließlich an einem Verkaufsstand mit selbstgemachtem Holzspielzeug. Nachdem sich die ganze Family mit ungefähr 10 Kindern um uns versammelt hatte, schenkten wir den Kindern eine Packung Kekse und kauften zwei Elefanten, bevor wir weiter zu unserer Lodge fuhren.
Direkt am Okavango gelegen, war die Lodge natürlich der ideale Startpunkt für eine Bootsfahrt zum Sonnenuntergang. Der Fluss trennt Angola und Namibia voneinander, so dass wir genau genommen mehrfach die Länder wechselten. Auf dem gegenüberliegenden Ufer wuschen die Menschen ihre Wäsche und badeten im Flusswasser, während um uns herum ein Nilpferd im Fluss schwamm und die Krokodile entspannten. Bei Sekt und Snacks erlebten wir den Sonnenuntergang, bevor es zurück zur Lodge ging.