Montag, 22. August 2016

Etosha-Nationalpark - Tag 2

Unser langhalsiger Freund verabschiedete uns beim Beladen des Autos, bevor wir uns auf den Weg quer durch den Etosha-Nationalpark machten. Unsere nächste Unterkunft befindet sich nämlich am östlichen Zugangstor, welches ein gutes Stückchen entfernt ist.

Mit der großen Hoffnung heute einen Löwen zu sehen, begannen wir bei den südlichen Wasserlöchern. Ein bisschen schade ist dabei, dass man recht schnell 'abstumpft'. Große Zebra-, Gnu- oder Springbockherden sind schon fast keine Besonderheit mehr, obwohl sie ebenfalls toll anzuschauen sind. Unser erstes Highlight des Tages erwartete uns dann aber am fünften Wasserloch, wo wir einen Teil unserer Elefantenherde vom Vortag wieder fanden. Während wir uns an den etwa 10 Tieren erfreuten, strömten  plötzlich aus dem Gebüsch von allen Seiten weitere dazu. Letztendlich waren es 43 Elefanten rund um das Wasserloch, welche tranken, badeten und sich nass spritzen!

Völlig begeistert von den vielen Riesen fuhren wir weiter. Und nur wenig später stellten wir fest, dass uns das Glück auf unserer Reise treu geblieben war: Bereits in der Nähe des nächsten Wasserlochs standen einige Fahrzeuge um einen großen Baum herum. Schnell zeigte sich auch warum: Eine einzelne Löwin lag im Schatten und beobachtete die Springböcke an der nahegelegenen Wasserstelle! Die Freude in unsrem Fahrzeug war riesig. In der nächsten halben Stunde beobachteten wir, wie sie sich an die mögliche Beute anpirschte, sich dann doch wieder ausruhte und selbst ein paar Schlücke trank.

Freudig und erleichtert ging es weiter an Wasserlöchern mit Elefanten, Giraffen und einem Nashorn vorbei in Richtung Osten. Kurz vor dem Parktor entdeckte Hannah dann noch unseren 50. Elefanten des Tages direkt am Fahrbahnrand. Nur wenige Meter vor ihm hielten wir an, um ihm beim Fressen zuzuschauen. Als er dann die Fahrbahn überquerte, drehte er sich plötzlich zu uns und lief direkt aufs Auto zu. Die Fahrzeuge hinter uns begannen bereits alle zurück zu setzen. Geistesgegenwärtig erinnerten wir uns jedoch an den Hinweis eines Guides, sich in einem solchen Falle nicht zu bewegen und schon gar nicht wegzulaufen oder im diesem Falle wegzufahren. So blieben wir wie erstarrt im Auto sitzen, bis der Elefant unser Auto fast berührte. Mit aufgestellten Ohren staubte er uns kurz ein, um dann abzudrehen und seinen Weg in die ursprüngliche Richtung fortzusetzen. Was für ein Moment!

Mit schwitzigen Händen erreichten wir schließlich das östliche Parktor und die direkt dahinter gelegene Lodge. Für Hannah und Nick gab es wie fast schon üblich eine Flasche Honeymoon-Sekt und anschließend leckeres Namibia-Barbecue :)