Heute hieß es für mich erstmal aus eigenem Antrieb heraus früh aufstehen. Ich hatte mir nämlich vorgenommen die steinernen Dünen vor unserer Lodge beim Sonnenaufgang zu fotografieren. Während also alle anderen noch schliefen, machte ich mich in der Kälte des namibischen Morgens auf den Weg...und stolperte dabei prompt fast über ein schlafendes Oryx. Als wir uns dann beide mit einem Abstand von gerade mal zwei Metern kurz gemustert hatten, legte sich das Oryx nochmal ne Runde aufs Ohr und ich widmete mich nach einem kurzen Selfie aus etwas sichererer Distanz wieder meinen Bildern.
Nachdem die andern dann auch erwacht waren, machten wir uns zeitnah auf den Weg. Da wir etwas von der direkten Route abweichen wollten, standen uns nämlich 7 Stunden Fahrt bevor. Und weil asphaltierte Straßen bereits seit Maltahöhe der Vergangenheit angehörten, ein nicht gerade komfortables Unterfangen...
Eine halbe Stunde nach dem Start war aber bereits der erste Zwischenstop erreicht: In Solitaire - welches scheinbar nur aus ein paar rostigen Karossen, einer Lodge und zwei weiteren Gebäuden besteht - hieß es erstmal tanken...und das dauert bei unserem Gefährt eine ganze Weile. 110 Liter passten hinein und unser Tank wurde gerade mal als halb leer angezeigt! Anschließend gab es in der daneben liegenden Bäckerei das vermutlich beste Gebäck in ganz Namibia. Der warme Apfelkuchen ist legendär und auch die Nussschnecken waren ein Traum.
Gut gestärkt ging es dann weiter durch mehrere Canyons und auch Meli durfte ihre ersten namibischen Kilometer runter spulen. Das war ganz geschickt, da ich auf dem Beifahrersitz dann beide Hände für die Kamera frei hatte...und die sollte ich bald brauchen: Nachdem wir zunächst 'nur' einen Vogelstrauß neben der Fahrbahn entdeckten, drehten kurze Zeit später jede Menge Geier ihre Runden über uns, bevor direkt danach dann eine ganze Oryx-Herde vor uns über die Fahrbahn rannte. Die überall angebrachten Wildschutzzäune sind dabei meist wirkungslos und werden von den Tieren einfach umgerannt, weshalb man immer gut aufpassen sollte. Aber damit nicht genug: Einige Zeit später entdeckten wir eine Giraffe in der Nähe der Straße und erlitten dann fast einen Herzinfarkt als direkt neben unserem Auto zwei weitere aus dem Gebüsch auftauchten. So konnten wir diese tollen Tiere in freier Wildbahn hautnah und völlig ohne andere Touristen erleben!
Nachdem wir uns schweren Herzens losgerissen hatten, stand uns noch der sogenannte Welwitschia-Drive bevor. Dabei handelt es sich um einen kleinen Seitenarm neben der eigentlichen Route, an welchem mehrere natürliche Sehenswürdigkeiten ausgeschildert sind. Um es kurz zu machen, hat er uns aber bis auf zwei Punkte nicht so wirklich vom Hocker gerissen. Die Highlights waren ein Aussichtspunkt über einer Mondlandschaft und natürlich die Welwitschias. Hierbei handelt es sich um seltene Wüstenpflanzen, von denen es dort unter anderem ein ca. 1500 Jahre altes Exemplar zu bestaunen gibt.
Kurz darauf erreichten wir dann gegen 17:30 Uhr unser Tagesziel: die Beach Lodge in Swakopmund. Und die macht ihrem Namen alle Ehre! Die traumhaften Zimmer haben alle direkten Meerblick und von unserer Terrasse können wir direkt zum Strand hinunterlaufen.
Abends ging es dann noch ins Swakopmunder Brauhaus, wo man sich bei frisch gezapften Bier und Wiener Schnitzel fast schon wieder heimisch fühlt.