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Mittwoch, 10. August 2016

Kalahari

Heute wurde uns schnell klar, dass auch bei ausführlichster Planung nicht alles rund läuft. So ist das Ministerium, in welchem wir unsere Nationalpark-Genehmigungen organisieren wollten kurzerhand umgezogen und in der eigentlich deutschsprachigen Apotheke verstand einfach mal niemand deutsch. Letztlich bekamen wir aber doch noch alles organisiert, wenn auch nicht ganz in der vorgestellten Zeit.

So starteten wir mit einer Stunde Verspätung in Richtung unseres nächsten Ziels: der Kalahari Anib Lodge in der Nähe von Mariental. Die Verspätung wäre ja eigentlich nicht ganz so schlimm gewesen, wenn wir dort nicht nur eine Nacht hätten. Da wir aber unbedingt den Sundowner-Gamedrive dort mitnehmen wollten, ging es also Vollgas 300 km weit in den Süden. Die autobahnähnlich ausgebaute Straße war in super Zustand und das Lenkrad hätte man stellenweise auch ausbauen können, da es kilometerweit nur stur geradeaus durch die Steppe ging.

Gerade noch rechtzeitig kamen wir um 3 Uhr nachmittags dann in der Lodge an. Nachdem wir schnell unsere wiederum hübschen Zimmer bezogen hatten, saßen wir eine halbe Stunde später schon wieder in einem Jeep, in welchem wir mit Steffi, unserer deutschsprachigen Führerin kreuz und quer über das 10.000 ha große Gelände gefahren wurden. Da wir den 9-sitzigen Jeep ganz für uns alleine hatten, konnten wir die Fahrt bei genügend Platz für alle voll und ganz genießen.

Es dauerte nicht lange, bis wir die ersten Springböcke und Antilopen erblickten. Auch so ziemlich alle sonstigen Tiere, die wir gestern noch auf dem Teller hatten, sprangen über das riesige Gelände. Während Steffi uns immer wieder interessantes erzählte, näherten wir uns langsam aber sicher dem Sonnenuntergang. Doch plötzlich rief Hannah ganz aufgeregt: "Schiiiraffen!". Und tatsächlich, ein paar Meter neben uns stand zwischen Büschen versteckt eine kleine Giraffen-Familie. Während uns das Junge ganz neugierig musterte, rissen Vater und Mutter unbeeindruckt weiter Blätter von den Bäumen. So können wir nun also am zweiten Tag alle mit Gewissheit sagen, dass wir nun Giraffen in Namibia gesehen haben :)

Wir waren völlig aus dem Häuschen und hätten den langen Hälsen noch ewig zuschauen können, doch irgendwann mussten wir schließlich weiter. So wurde der Allrad-Modus aktiviert und dann ging es eine tiefrote Sanddüne hinauf, wo wir dann bei ein paar Drinks den Sonnenuntergang genossen.

Auf dem Rückweg zur Lodge rastete dann unsere Führerin vollkommen aus: Lief doch da tatsächlich ein Erdferkel vor uns über den Weg! Genauso wie ihr jetzt vermutlich hätten wir auch geschaut, wenn unsere Fahrerin nicht zu Beginn der Tour erzählt hätte, dass es eigentlich ausgeschlossen ist dieses Tier zu sehen, da sie es in ihrem Leben erst einmal zu Gesicht bekam...und sie macht die Gamedrives jeden Tag! Naja, mehr als ein verwackeltes Hinterteil konnte ich bildlich leider nicht festhalten, aber als ein Beweisbild dieses lustigen Tierchens genügt es immerhin :) 

Dienstag, 9. August 2016

Johannesburg + Windhoek

Nach anstrengenden 10 Stunden in der Konservenbüchse lernten wir am Flughafen in Johannesburg heute Morgen erstmal die Bequemlichkeit der Wartebänke zu schätzen. Nachdem sich jeder seinen Platz gesichert hatte, dösten wir den Vormittag erstmal vor uns hin, wurden dabei aber im Sekundentakt durch "last and urgent call's" wach gehalten...

Der Weiterflug klappte nach dem späten Check-In von Hannah & Nick gestern Abend dann glücklicherweise problemlos und wir landeten pünktlich in Windhoek - der Hauptstadt Namibias. Nachdem wir uns mit Geld und einer namibischen SIM-Karte eingedeckt hatten, ging es dann direkt weiter zur Fahrzeug-Übernahme.

Anschließend folgte dann auch der spannendste Teil des Tages: Mit einem Rechtslenker-Pick-Up im Linksverkehr  fahren... Nach etwas Eingewöhnung und dem Finden der richtigen Fahrertüre klappte aber auch das fürs erste ganz gut, abgesehen davon, dass man gerne mal den Scheibenwischer statt dem Blinker betätigt. Und auf der Fahrt in die Stadt rein wurden wir gleich mit den ersten Tiersichtungen am Straßenrand belohnt: Während Meli sich sicher ist auch drei Giraffen gesehen zu haben, können wir anderen zumindest ein Warzenschwein und mehrere Affen bestätigen :)

In unserer super gemütlichen Unterkunft angekommen, duschten wir erstmal ausgiebig (war auch bitter nötig nach über 24 Stunden auf Achse!), bevor es dann noch in ein Restaurant ging.

Dort gab es dann bei der namibischen Variante des 'Rodizio' die gesamte Bandbreite an Fleischspießen zum Essen: Von Kudu, über Oryx bis hin zu Zebra haben wir uns durchgemampft. Super lecker! Nur vor lauter Panik haben wir dann den Parkplatzwächter nicht erkannt und sind vor ihm geflüchtet, statt ihm sein Trinkgeld zu geben :D