Heute hieß es früh aufstehen, was für uns hier aber meist kein Problem ist. Durch die Fenster des Wohnmobils scheint nämlich trotz Jalousien meist so ab 6 Uhr die Sonne rein, weshalb wir es nur selten schaffen auszuschlafen.
So waren wir, wie vermutet, schon vor dem Wecker wach, um pünktlich um 7:30 Uhr beim Antelope Canyon anzukommen. Dort hatten wir im unteren Teil (Lower Antelope Canyon) nämlich eine der frühen Touren gebucht, da es bereits vormittags zu längeren Schlangen kommen kann. Für uns ging es dann aber ruckzuck hinab in den engen Slotcanyon mit seinen schönen Farb- und Schattenspielen. Lara hatte mit dem feinen roten Sand (den sie 'Pfeffer' nennt) einen riesen Spaß und ich konnte Fotos am laufenden Band schießen.
Nach einer dreiviertel Stunde ging es über enge Treppen durch einen winzigen Spalt wieder an die Oberfläche. Der Canyon ist wirklich beeindruckend und so kann man rückblickend auch die happigen Eintrittspreise verkraften.
Mittags ging es in ein leckeres BBQ-Restaurant mit allerlei Köstlichkeiten aus riesigen Smokern. So gab es Pulled Pork und Spareribs, die vom Knochen fallen...genau meine Welt!
Gut gestärkt fuhren wir anschließend Richtung Osten weiter zum Navajo National Monument. Als Google Maps unterwegs eine 'kürzere Route' über Shonto vorschlug, dachten wir zunächst nicht groß darüber nach, bis wir plötzlich vor einem Hang standen, auf den nur noch eine Schotterpiste und provisorische Absperrung als Leitplanke hoch führte. Die optisch nicht sonderlich wohnwagentauglich aussehende Wegführung veranlasste mich dann doch dazu, lieber nochmal bei einem entgegenkommenden Einheimischen nachzufragen. Der zögerte kurz meinte dann aber sinngemäß: "Yeah, I saw already RVs doing that. It's just gravel, no sand. So you should be fine, you can make it."
Da der gute Herr ja gerade von der Strecke kam und kompetent erschien, machten wir uns dann doch daran, den Berg auf der welligen Schotterpiste zu erklimmen. Das war zwar für unser Geschirr und Besteck etwas kritisch, aber wir schafften es dann recht locker den Hang hoch und brausten erstmal über die Piste dahin. In Namibia hatten wir gelernt, dass es bei 'Wellblech' manchmal geschickter ist schneller zu fahren... Womit wir allerdings nicht rechneten: Auf einmal ging die Schotterpiste in eine komplette Offroad-Sandpiste über!!! Hatte der Herr zuvor nicht gesagt 'No sand'? Aber dafür war es jetzt schon zu spät, wir schlitterten mit etwa 50 km/h und einem riesen Wohnmobil bereits durch tiefen Sand und jedes Bremsen würde zwangsläufig dazu führen, dass wir stecken bleiben. Also hieß es Augen zu und durch. Irgendwie schaffte ich es so halbwegs unser Gefährt in der Spur zu halten und die verbliebenen etwa 5 km zu überstehen. Erst als wieder wieder auf halbwegs festen Fahrbahnbelag kamen und die ersten Gläser aus den Regalen fielen, wagte ich es wieder etwas vom Gas runter zu gehen.
Rückblickend war die Piste ein spannendes Erlebnis (und ich feier sowas ja immer), aber für verantwortungsvolle Mietwagen-Fahrer ohne Allrad sicher nicht empfehlenswert!
Auf dem wunderschönen kostenlosen Sunset View Campground des Nationalmonuments verbrachten wir dann den restlichen Tag, da Meli leider immer noch ziemlich in den Seilen hängt. Die Landschaft bot aber auch genug Abwechslung, um bei der Campsite Sandburgen zu bauen und zum Sonnenuntergang ein wenig umher zu klettern.