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Sonntag, 8. November 2015

Salar-Tour - Tag 3 / San Pedro de Atacama

Wie schon angedeutet hieß es heute mal wieder früh aufstehen, um 4:30 Uhr um genau zu sein. Der heutige Grund war der frühe Sonnenaufgang hier in Bolivien, der für unser erstes Highlight heute eine entscheidende Rolle spielte.

In der Dämmerung machten wir uns deshalb bei Eiseskälte mit dem Jeep auf den Weg. Mit zugefrorenen Scheiben ging es zunächst beständig bergauf, bis wir auf knapp 5000 Höhenmetern unser erstes Etappenziel erreichten: die 'fumaroles' bzw Geysire, wie wir sie nennen würden.

Aus dem frostigen Wüstensand schossen wie aus dem nichts etliche Wasserdampf-Fontänen heraus, die im Licht der tiefstehenden Sonne eine fast unwirkliche Atmosphäre erzeugten. Bei näherem Hinsehen entdeckte man dann inmitten des Dampfes jede Menge kleiner, blubbernder Krater. Nur das was da blubberte war nicht ganz so überzeugend: es war nämlich nach faulen Eiern stinkender Schwefel-Matsch. Meli bevorzugte es deshalb, das Geysirfeld in gebührendem Abstand zu Umlaufen, während ich mich mit angehaltenem Atem auf den Weg mitten rein ins Dampffeld machte und dabei auf jeden meiner Schritte achtete...den entgegen jeglicher deutscher Vorschriften gibt es hier rein gar keine Sicherheitsvorkehrungen, die einen davor bewahren würden in den kochend heißen Schlamm zu stürzen.

Anschließend zeigte sich mal wieder die Flexibilität der bolivianischen Touranbieter: Bei den nachfolgenden heißen Quellen fanden sich nämlich ALLE Jeeps gleichzeitig ein, so dass dort ca. 100 Touristen auf einmal aufschlugen. Da wir zudem nur 20 Minuten Zeit hatten, um in das einzige, völlig überfüllte Becken zu hüpfen, ließen wir die Möglichkeit dankend aus und fuhren stattdessen zeitnah weiter zum letzten Ziel der Tour, der Laguna Verde.

Und wir hatten Glück: Nicht nur, dass es dort etwas leerer war (da die Anderen ja noch Gruppenkuscheln bei den Quellen veranstalteten), sondern auch dass die Quelle heute in einem tiefen Grünton erschien. Laut unserem Guide sei dies nämlich nicht jeden Tag der Fall, da es von einigen Faktoren, wie Temperatur, Sonnenstand und den Bakterien in der Lagune abhänge.

Nach einigen letzten Bildern ging es dann auch schon weiter in Richtung der chilenischen Grenze, wo wir uns erstmal einreihen durften, um den begehrten Ausreisestempel zu erhalten. Nachdem dies noch zeitnah klappte, rollten wir dann auch schon in einem Bus stetig bergab diesmal nach San Pedro de Atacama.

Nachdem wir nach einer guten halben Stunde bereits das Ortsschild passiert hatten, kam auf einmal der chilenische Grenzposten. Überrascht, da wir schon seit 40 km durch Chile fuhren und zigmal hätten abbiegen können, dachten wir, wir bekommen dann halt schnell den Einreisestempel...aber Pustekuchen. Es hieß erstmal warten und warten und warten. Die Grenzbehörde nimmt es hier nämlich ganz genau und durchsucht jedes einzelne Gepäckstück...was ziemlich witzlos ist, da man Schmuggelware einfach auf den 40 km zuvor umladen hätte können und es noch einige andere Straßen in die Stadt gibt, wo kein Grenzposten vorhanden ist. Aber so brüteten wir einige Zeit in der Hitze vor uns hin, bis wir endlich weiter durften.

Der Ort San Pedro de Atacama selbst ist dafür super schön, so dass sich die Fahrt hier her definitiv gelohnt hat. Es könnte so ein Wüstenstädtchen aus einem Film sein. Überall staubige Straßen, kleine, lehmfarbene Hütten und ein wunderbarer Plaza de Armas in der Mitte, um den herum sich das gesamte Leben abspielt.

Leider sind aufgrund der strategisch günstigen Lage des kleinen Orts für Ausflüge in die Atacama-Wüste alle Hostels hier ziemlich überteuert. Aber unseres ist immerhin ziemlich hübsch anzusehen, wir haben Hängematten im Garten, ein gemütliches Bett und ein Strohdach über dem Zimmer.

Als wir dann abends nochmal durch das Zentrum schlenderten, erwachte der Ort erst so richtig zum Leben: Überall auf dem Plaza de Armas fanden Zumba-, Fitness- und Aerobikkurse statt und die Leute tanzten fleißig herum. Wir setzten uns deshalb zum Abschluss des Tages in ein Café und schauten dem munteren Treiben von dort aus zu.

Samstag, 7. November 2015

Salar-Tour - Tag 2

Die Landschaft des heutigen Tages zu beschreiben ist fast nicht möglich - man muss sie gesehen haben! Klingt vielleicht kitschig, ist aber wirklich so.

Aber nun erstmal von vorne:
Um 6 Uhr hieß es raus aus den Federn und eine knappe Stunde später dann rein in den Jeep. Am Rande der Salzwüste fuhren wir in Richtung Süden. Die Landschaft wurde dort langsam aber sicher weniger salzig und mehr staubig.

Als sich die Landschaft dann ziemlich sicher in eine richtige Wüste verwandelt hatte, kamen wir an den Rand des Bezirks Uyuni und konnten den Bahngleisen folgend nach Chile schauen. Um uns herum befanden sich lauter Berge und Vulkane, die aussahen wie mit einem Pastell-Malkasten gezaubert. Genauso verhielt es sich mit der Anordnung einiger Steine am Rande des Gleisbettes, die wir für meine Schwägerin gleich mal auf einem Foto festhalten mussten ;-)

Einige Zeit später erreichten wir in einer Senke schließlich die erste Lagune. Das Farbenspiel des Wassers und die Berge im Hintergrund waren fantastisch. Aber als ob dies nicht schon genug wäre, war die Lagune auch noch voll mit Flamingos, die gemütlich vor sich hinwateten und ab und zu mal etwas zankten. Durch den Ufermatsch stapfend schoss ich natürlich eifrig Fotos und anschließend konnten wir am Jeep in Ruhe Mittagessen.

Anschließend ging es Schlag auf Schlag von einer Lagune zur nächsten...und eine schöner als die andere!

Während uns draußen in bis zu 4600 Metern Höhe der Wind um die Ohren pfiff, wurde es im Auto nachmittags ziemlich heiß, so dass wir über jeden Stop dankbar waren. Wir bestaunten stundenlang die malerische Landschaft um uns herum und konnten uns einfach nicht satt sehen. Wie bereits erwähnt, können die Fotos diesmal nur einen Bruchteil dessen wiedergeben, was wir an diesem Tag gesehen haben. Das Farbenspiel der Lagunen, die Weite der Wüste und die Konturen der Felsen waren mit die schönste Landschaft, die ich je gesehen habe!

Schließlich erreichten wir abends die Unterkunft, wo wir erneut negativ von unserer Agentur überrascht wurden: Sie hatte nämlich offenbar keine Zimmer für uns reserviert! Nachdem die eigentliche Unterkunft schon ausgebucht war, hatten wir es unserem Fahrer zu verdanken, dass wir für die Nacht noch ein anderes Zimmer fanden. So mummelten wir uns zeitig in unsere Schlafsäcke, da es am nächsten Morgen früh losgehen sollte.

Salar-Tour - Tag 1

Geplant war, dass unser 3-tägiger Trip in die Salar de Uyuni und die Umgebung um 10:30 Uhr beginnt. Doch wie aufgrund der bisherigen Erfahrungen schon befürchtet, begann um diese Uhrzeit erstmal das große Chaos. Ich hab nichts gegen etwas Unpünktlichkeit, aber scheinbar können oder eher wollen sie hier nicht mal bis 6 zählen...denn so viele Gäste passen in einen Jeep. Blöd wird es dann, wenn 13 Leute für zwei Autos auf der Matte stehen. Letztendlich ging es drunter und drüber bis wir schließlich in einem Jeep saßen - glücklicherweise in dem mit insgesamt nur 6 Gästen (die anderen 7 mussten für die drei Tage quetschen, da die Versuche, die Kunden auf andere Agenturen zu verteilen, fehlschlugen).

Dann ging es erstmal los zum Zugfriedhof. Was ein Glück, dass wir gestern schon dort waren! Wie befürchtet, standen dort bereits ca. 20 andere Jeeps und dementsprechend sah man die Züge vor lauter Leuten kaum. Wie sich hier schon zeigte, hatten wir mit unserem Fahrer Theo echt Glück, denn er war nicht nur nüchtern und fit, sondern erklärte im Gegensatz zu manch anderen auch ein bisschen was bei den einzelnen Stops.

Schnell ging es weiter in Richtung der Salzwüste, wo sich die Jeeps dann glücklicherweise etwas verteilten. Lustigerweise ist diese 'Wüste' in Wirklichkeit ein riesiger See...bedeckt von einer bis zu 11 Meter dicken Salzschicht. Nachdem wir auch das erste Salzhotel links liegen ließen, ging es mitten hinein in die scheinbar endlose, weiße Ebene.

Am Horizont flimmerte irgendwann ein dunkler Fleck auf, der immer größer wurde und sich schließlich zu einer Insel formte, die von Kakteen übersät war: die Insel Incahuasi. Dort gab es zuerst mal Mittagessen - natürlich auf Salztischen und -stühlen. Anschließend machten wir uns zu Fuß auf den Weg durch die Kakteen. Diese bis zu 1000 Jahre alte Pflanzen überragten uns bei weitem. Nachdem wir die Insel einmal durchquert hatten, ging es dann auch schon weiter mitten hinein ins Nichts.

Irgendwo im Nirgendwo stoppten wir dann nochmals, um die weltberühmten Salzwüsten-Fotos zu machen. Leider war unsre Gruppe nicht so fotobegeistert, so dass Meli und ich uns etwas beeilen mussten und leider nicht so viele Ideen umsetzen konnten. Ein paar tolle Bilder sind trotzdem bei rausgekommen - finden wir :)

Dann ging es aber auch schon weiter in Richtung der Unterkunft. Am Rande der Salzwüste musste unser Fahrer noch kurz helfen ein liegengebliebenes Fahrzeug wieder flott zu machen, bevor wir kurz darauf in unsrem Salzhotel eintrafen.

Dort gab es ein super leckeres Abendessen (heißt irgendwas mit 'Macho' und ist ein bolivianischer Klassiker). Bevor wir später ins Bett gingen, bestaunten Meli und ich draußen in der Kälte noch kurz die Millionen Sterne, die hier strahlend hell leuchten.

Donnerstag, 5. November 2015

Uyuni

Der Tag heute sollte recht entspannt werden. Nachdem wir ausgeschlafen und in unserem Hostel das beste Frühstück des Urlaubs bekommen hatten, machten wir uns auf den Weg, um den richtigen Touranbieter für die nächsten Tage zu suchen. Hier reiht sich allerdings ein Touranbieter an den anderen, so dass man von der Auswahl fast erschlagen wird. Leider scheint aber auch die Nachfrage so enorm groß zu sein, so dass sich die meisten keinerlei Mühe geben, ihre Tour attraktiv zu machen. Schließlich wurden wir aber doch noch fündig und buchten bei einer netten Dame einen 3-Tages-Trip durch die Salzwüste nach Chile. Mal hoffen, dass wir einen guten Fahrer erwischen, denn damit stehen und fallen hier die Touren!

Am Nachmittag war die Wüstenstadt dann so gut wie ausgestorben und wir schlenderten ein bisschen durch die leeren Straßen, bevor wir später zum 2,5 km außerhalb gelegenen Zugfriedhof aufbrachen.

Da die ganzen Touranbieter vormittags dort vorbei fahren, war der Friedhof menschenleer. Ein Traum für mein Fotografenherz! Die tiefstehende Sonne ließ die Eisenbahnwracks rostbraun leuchten und auf den alten Loks konnte man super herumklettern. Ich glaube, ich hätte mich dort stundenlang austoben können, aber Meli holte mich irgendwann auf den Boden der Tatsachen zurück, da wir uns noch vor Einbruch der Nacht auf den Rückweg machen mussten. So liefen wir dann während eines Bilderbuch-Sonnenuntergangs auf den alten Bahngleisen in die Stadt zurück.

Wie schon erwähnt, sind wir die nächsten Tage in der Salzwüste und der Pampa unterwegs - wundert euch also nicht, wenn ihr erst in drei Tagen wieder etwas von uns hört bzw zu lesen bekommt. Dann aber garantiert mit atemberaubenden Fotos :)

(Aufgrund der schlechten Internetverbindung hier, kann ich vermutlich auch die heutigen Fotos erst nach dem Trip hochladen.)

PS: Das sprachliche Highlight unserer Reise ereilte uns heute im Restaurant: Ein älteres französisches Paar wollte unbedingt ein 'bière' bestellen und beharrte dabei auf der heimatlichen Formulierung. Selbst als die arme Bedienung vorschlug, ihnen eine 'cerveza' zu bringen, lehnten das die Franzosen noch wehement ab. Das Ende vom Lied war schließlich, dass sie selbst zum Kühlschrank laufen mussten, um sich ihr gewünschtes 'bière' zu holen :D

Mittwoch, 4. November 2015

La Paz -> Uyuni

Heute kehrten wir der Stadt der Taschendiebe den Rücken und machten uns auf den Weg quer durchs halbe Land. Da wir ja aufgrund des Feiertages nichts vorbuchen oder reservieren konnten, hieß es also improvisieren.

Los ging es mit einem ausschließlich von Einheimischen genutzten Doppeldeckerbus (der noch einen recht brauchbaren Eindruck machte) in Richtung Oruro. Diese Stadt liegt so grob auf einem Drittel der Strecke nach Uyuni und verfügt über einen Zugbahnhof, was hier in Bolivien eine Seltenheit ist.

Damit hing auch unser Plan zusammen: Die restlichen 7 Stunden Fahrtstrecke nach Uyuni wären auf dem Busweg nämlich komplett Schotterpiste, weshalb wir versuchen wollten einen Sitzplatz im komfortableren Zug zu ergattern.

In Oruro angekommen, fuhren wir deshalb auch direkt zum Zugbahnhof weiter und ergatterten dort tatsächlich die erhofften Tickets! Da jedoch noch einige Stunden Zeit bis zur Abfahrt waren (es fährt nur ein Zug am Tag), suchten wir dann erstmal noch ein Restaurant fürs Mittagessen. Dies erwies sich als gar nicht so einfach...nachdem wir etwa eine halbe Stunde durch die Stadt gelaufen waren und außer unendlich vielen Marktständen nichts gefunden hatten, wurden wir doch noch fündig und konnten uns vor der anstehenden Zugfahrt noch etwas stärken.

Pünktlich um 14:30 Uhr ging es dann mit dem Zug los in Richtung Uyuni...und die Zugfahrt sollte alle Erwartungen übertreffen! Bereits nach wenigen Minuten führten die Gleise mitten durch eine riesige Lagune hindurch, in welcher sich tausende über tausende von Flamingos aufhielten. Was sich dann abspielte war ein Naturspektakel wie man es nur aus dem Fernsehen kennt: Durch den Zug aufgeschreckt, starteten die Flamingos und Vögel durch und schwebten neben uns her, bevor sie kurz darauf wieder landeten - ich kam mir vor wie in einer Naturdoku von National Geographic!

Doch auch nach der Lagune wurde es nicht langweilig: Die Fahrt führte mitten durch das Altiplano, vorbei an Vicunas, Alpacas, Schaf- und Kuhherden und kilometerweiter Steppe. Später wurden wir dann auch noch mit einem Bilderbuch-Sonnenuntergang belohnt, was unseren siebten Jahrestag dann doch noch ein bisschen romantisch machte :)

In Uyuni angekommen, fanden wir dann auch gleich im ersten Hostel Unterschlupf, dass wir rausgesucht hatten. Und dann ging es auch direkt ab ins Bett.