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Donnerstag, 12. November 2015

San Pedro de Atacama - Tag 4

Der Tag heute begann für mich schon um 4 Uhr morgens, da ich nicht mehr schlafen konnte. Statt also blöd im Bett rumzuliegen, entschloss ich mich dazu aufzustehen und den nächtlichen Sternenhimmel hier zu bewundern.

Es ist unglaublich wie viele Sterne man hier sieht! Die komplette Milchstraße war erkennbar und sogar eine Sternschnuppe flog am Horizont vorbei. Nachdem ich versucht hatte diesen atemberaubenden Nachthimmel fotografisch noch irgendwie festzuhalten, huschte ich dann aber doch nochmal unter die warme Bettdecke, um ein bisschen zu schlafen.

Meine Schlafmütze neben mir schaffte das mit Bravour und war bis um 11 Uhr nicht aus den Federn zu bekommen. Das war heute jedoch auch nicht schlimm, da wir bis abends nichts besonderes geplant hatten.

Mittags schlenderten wir deshalb nochmal ein bisschen durchs Dorf und fanden dabei endlich die beste Eisdiele in San Pedro! Über die hatten wir schon einiges gelesen, sie aber nie entdeckt. Dort gab es ausgefallene Eissorten von lokalen Früchten, Coca-Sträuchern und sogar ein Eis mit Pisco Sour-Geschmack -> lecker!

Da es morgen weiter geht, reservierten wir zudem noch für abends einen Tisch in einem der besten Restaurants in der Stadt und bequemten uns anschließend erstmal wieder in unsere Hängematten.

Am Abend bestätigten sich dann die Kritiken: Das Rindersteak war perfekt gegart und die anschließend servierte Crème brulée ließ nicht nur den Zucker, sondern auch Meli dahinschmelzen...

Nach einer abschließenden Cocktailrunde ging es dann in Richtung Hostel, von wo aus wir um 23 Uhr tatsächlich nochmal durchstarteten: Und zwar ging es - für mich zum zweiten Mal heute - zum Sternegucken. Denn San Pedro kann man nicht verlassen, ohne zumindest eine Sternenwarte besucht zu haben.

In einer kleinen Sternenwarte wurde uns zunächst das Universum recht anschaulich erklärt, bevor wir raus in die kalte, klare Nacht gingen, um es uns in Wirklichkeit anzuschauen. Aufgrund der hier herrschenden Dunkelheit waren unglaublich viele Sterne, Galaxien und Nebelfelder sichtbar. Zudem gab es genau zum Zeitpunkt unseres Besuchs einen Meteoritenschauer, weshalb wir einige Sternschnuppen beobachten konnten. Nach einigen  faszinierenden Blicken durch ein riesiges Teleskop in der Kuppel ging es dann aber endgültig für uns ins Bett.

Mittwoch, 11. November 2015

San Pedro de Atacama - Tag 3

Nach den anstrengenden vorherigen beiden Tagen stand heute 'Relaxen' ganz oben auf unserem Programm.

Nachdem wir den vormittag hauptsächlich in den Hängematten unseres Hostels verbracht hatten und nebenher ein paar Schokocroissants vermampften, ging es nachmittags um 14 Uhr los zu der Therme von Puritama.

In der Talsenke eines Canyons befindet sich eine heiße Quelle, welche anschließend durch ein felsiges Flussbett sprudelt. Dieses wurde mit mehreren kleinen Schleusen aufgestaut, so dass sich klristallklare Badeseen bilden. Das Schöne ist, dass die Landschaft größtenteils naturbelassen ist und lediglich kleine Stege die Becken verbinden. Aufgrund der unterschiedlichen Nähe zur Quelle nimmt die Wassertemperatur von Becken zu Becken stetig ab, liegt aber selbst im kühlsten Becken noch bei knapp 30 Grad.

So ließen wir uns den Nachmittag über im angenehmen Wasser der Quelle treiben, massierten unsere Schultern unter kleinen Wasserfällen und genossen die heute angenehme Sonne, die tatsächlich ab und zu von ein paar Wolken verdeckt wurde.

Am Abend testeten wir schließlich noch zwei neue Restaurants mit der Erkenntnis, dass sie Pizza hier zwar etwas besser können als in Bolivien, Tiramisu dafür überhaupt nicht...naja, großartige einheimische Kost findet man in San Pedro nur schwer, deshalb müssen wir uns noch überlegen worauf wir morgen wohl zurückgreifen werden.

Dienstag, 10. November 2015

Reitausflug San Pedro - Tag 2

Heute Morgen ging es mir um Glück wenigstens ein bisschen besser, so dass ich die Tour fortsetzen konnte, was zuvor fraglich gewesen war.

Also hieß es nach einem kurzen Frühstück wieder rein in die Sattel und raus in die Pampa. Heute ging es direkt mitten rein in die lebensfeindliche Wüste. Durch Sandverwehungen hindurch bahnten wir uns unseren Weg in Richtung des 'Valle de la luna'. Wiederum ein kurioses Tal, welches durch Erosion von Wind und Wetter entstanden ist. Aufgrund der zusätzlichen Vermischung mit dem vielen Salz hier, sieht die Landschaft tatsächlich mondähnlich aus, weshalb sie auch von vielen Autoherstellern für ihre Werbeaufnahmen genutzt wird. Von unsrem Guide erfuhren wir, dass erst letzte Woche Porsche hier groß gedreht hatte.

Im Galopp ging es wiederum einige Dünen hinauf und rein in schmale Canyons kreuz und quer durch die Gesteinsformationen. Aufgrund der vorherrschenden Windstille war es noch heißer als gestern und unsere bereits erschöpften Körper waren kurz vor dem Kollaps. Gerade zur rechten Zeit, legten wir eine Mittagspause im Schatten ein, um die restlichen Energiereserven für den Heimweg zu mobilisieren.

So schafften wir es schließlich wieder zurück nach San Pedro, wo sich die Pferde ihre Pause redlich verdient haben! Wir selbst sind auch so am Ende, dass wir erstmal ins Bett fielen und dort heute wohl auch nicht mehr groß heraus kommen werden...

Reitausflug San Pedro - Tag 1

Um 9:30 Uhr trafen wir uns in der Rancho Cactus mit zwei Französinnen und unserem Guide um in ein zweitägiges Abenteuer zu starten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch frohen Mutes und hochmotiviert. Nachdem jeder sein Pferd zugewiesen bekommen hatte, hieß es rein in die Sattel und ab in die Wüste. Ach richtig - das mit dem Klima hier hatten wir zuvor nicht ganz so durchdacht: Die Atacama-Wüste ist eine der trockensten Regionen der Erde und dementsprechend auch keine Wolken. Das wiederum hat eine enorme Hitze und staubtrockene Luft zur Folge - eine schlechte Kombination wie ihr später noch erfahren werdet.

Naja, zunächst mal ging es noch entlang einiger staubiger Straßen in Richtung Norden, wo wir bald den ersten Canyon erreichten. Auf einem schmalen Trampelpfad, dem Paso de los Toros, ging es zickzack den Canyon hinauf, bis wir das komplette Tal, sowie die angrenzende Salzwüste und San Pedro de Atacama überblicken konnten.

Als unser Guide schließlich an der Kliffkante ankündigte, dass wir dort jetzt runterreiten lachten wir zunächst noch...bis wir realisierten, dass er das tatsächlich ernst meint! Unterhalb der Kante befand sich nämlich eine riiiiesige Düne, die es kurz darauf mit den Pferden und teilweise im Galopp bergab ging. Nur mein Opa-Pferd Granito, stolze 29 Jahre alt, ging es etwas gemütlicher an, was mir die Gelegenheit gab, ein paar Fotos während des Abstiegs zu schießen :-)

Anschließend ging es durch die kuriosen Gesteinsformationen im Tal des Todes. Der Name beruht übrigens auf einem schlichten Übersetzungsfehler: Ursprünglich hieß es 'valle de martes' (also Mars-Tal, benannt nach dem Planeten), bis ein berühmter Belgier mit seiner schlechten spanischen Aussprache daraus das 'valle de la muerte' - das Tal des Todes - machte. Da es mittlerweile Nachmittag geworden war, passte der neue Name jedoch ganz gut zu den dort mittlerweile vorherrschenden Temperaturen. Seit dem Mittagessen ging es mit mir bereits beständig bergab, wobei unklar war, ob es an der Anstrengung, der unbarmherzigen Sonne oder etwas anderem lag. Auf jeden Fall schleppte ich mich - oder besser gesagt mein Granito schleppte mich - schließlich mit letzter Kraft ins Camp.

Dort galt es dann zu allem Überfluss auch noch das Zelt selbst aufzubauen - was wir als Anti-Camper bisher mal so gar nicht gewohnt waren. Als dann auch diese Hürde noch gemeistert war, kam die eigentliche Belohnung: Assado und kaltes Bier. Eigentlich ein Traum für mich, allerdings ging es mir zwischenzeitlich so elend, dass ich mich nach einem Bissen Fleisch und zwei Schluck Bier bereits ins Zelt verziehen musste - so schade! :-(

Meli konnte ein bisschen mehr davon genießen. Allerdings sind unsere Po's beide das Reiten nicht ganz so gewohnt, so dass auch sie ein wenig zu leiden hatte und dann zeitnah ins Bett huschte.

Montag, 9. November 2015

San Pedro de Atacama - Tag 2

Heute schliefen wir das erste Mal seit langem wieder so richtig aus. Nachdem wir dann im Ort ein paar Lebensmittel eingekauft hatten, gab es im Gartenbereich unseres Hostels Vesper mit frischem Baguette (direkt vor unserer Tür ist der vermutlich beste Bäcker ganz Chiles!), Salami und frischem Obst. Nebenher unterhielten wir uns mit zwei asiatischen Kaliforniern, die mit ihren beiden Kindern Tai und Jamie eineinhalb Jahre lang rumreisen. Und das ist mit den beiden Frechdachsen sicher kein leichtes Spiel!

Nachdem wir anschließend nochmal eine Runde auf den Hängematten relaxten, ging es um 16 Uhr los zu einem kleinen Ausflug.

Als erstes standen die Lagunen Cejar und Piedra auf dem Programm. Das besondere an den Lagunen, welche inmitten des Salar de Atacama liegen, ist ihr hoher Salzgehalt von 30-40 %. Dieser liegt somit über dem des toten Meeres, was zur Folge hat, dass man dort problemlos an der Oberfläche treiben kann. Dies taten wir dann auch und die kühle Lagune war eine super Abkühlung von den wüstenhaften Temperaturen. Nachdem wir uns eine Stunde lang von allen Seiten im Wasser gewälzt und anschließend von unserem Salzpanzer wieder befreit hatten, ging es weiter zur Lagune Tebenquiche. Diese ist aufgrund millionen Jahre alter Bakterien streng geschützt. Sie bietet jedoch ein wunderbares Panorama zum Sonnenuntergang, der uns mit Pisco Sour und einigen kleinen Snacks noch zusätzlich versüßt wurde.

Zurück in San Pedro gönnten wir uns dann zusammen noch eine Pizza, bevor es zum Packen zurück ins Hostel ging.

Morgen steht uns nämlich ein zweitägiger Reitausflug durch die Wüste bevor, weshalb ihr auch erst wieder übermorgen etwas von uns hören werdet!

Sonntag, 8. November 2015

Salar-Tour - Tag 3 / San Pedro de Atacama

Wie schon angedeutet hieß es heute mal wieder früh aufstehen, um 4:30 Uhr um genau zu sein. Der heutige Grund war der frühe Sonnenaufgang hier in Bolivien, der für unser erstes Highlight heute eine entscheidende Rolle spielte.

In der Dämmerung machten wir uns deshalb bei Eiseskälte mit dem Jeep auf den Weg. Mit zugefrorenen Scheiben ging es zunächst beständig bergauf, bis wir auf knapp 5000 Höhenmetern unser erstes Etappenziel erreichten: die 'fumaroles' bzw Geysire, wie wir sie nennen würden.

Aus dem frostigen Wüstensand schossen wie aus dem nichts etliche Wasserdampf-Fontänen heraus, die im Licht der tiefstehenden Sonne eine fast unwirkliche Atmosphäre erzeugten. Bei näherem Hinsehen entdeckte man dann inmitten des Dampfes jede Menge kleiner, blubbernder Krater. Nur das was da blubberte war nicht ganz so überzeugend: es war nämlich nach faulen Eiern stinkender Schwefel-Matsch. Meli bevorzugte es deshalb, das Geysirfeld in gebührendem Abstand zu Umlaufen, während ich mich mit angehaltenem Atem auf den Weg mitten rein ins Dampffeld machte und dabei auf jeden meiner Schritte achtete...den entgegen jeglicher deutscher Vorschriften gibt es hier rein gar keine Sicherheitsvorkehrungen, die einen davor bewahren würden in den kochend heißen Schlamm zu stürzen.

Anschließend zeigte sich mal wieder die Flexibilität der bolivianischen Touranbieter: Bei den nachfolgenden heißen Quellen fanden sich nämlich ALLE Jeeps gleichzeitig ein, so dass dort ca. 100 Touristen auf einmal aufschlugen. Da wir zudem nur 20 Minuten Zeit hatten, um in das einzige, völlig überfüllte Becken zu hüpfen, ließen wir die Möglichkeit dankend aus und fuhren stattdessen zeitnah weiter zum letzten Ziel der Tour, der Laguna Verde.

Und wir hatten Glück: Nicht nur, dass es dort etwas leerer war (da die Anderen ja noch Gruppenkuscheln bei den Quellen veranstalteten), sondern auch dass die Quelle heute in einem tiefen Grünton erschien. Laut unserem Guide sei dies nämlich nicht jeden Tag der Fall, da es von einigen Faktoren, wie Temperatur, Sonnenstand und den Bakterien in der Lagune abhänge.

Nach einigen letzten Bildern ging es dann auch schon weiter in Richtung der chilenischen Grenze, wo wir uns erstmal einreihen durften, um den begehrten Ausreisestempel zu erhalten. Nachdem dies noch zeitnah klappte, rollten wir dann auch schon in einem Bus stetig bergab diesmal nach San Pedro de Atacama.

Nachdem wir nach einer guten halben Stunde bereits das Ortsschild passiert hatten, kam auf einmal der chilenische Grenzposten. Überrascht, da wir schon seit 40 km durch Chile fuhren und zigmal hätten abbiegen können, dachten wir, wir bekommen dann halt schnell den Einreisestempel...aber Pustekuchen. Es hieß erstmal warten und warten und warten. Die Grenzbehörde nimmt es hier nämlich ganz genau und durchsucht jedes einzelne Gepäckstück...was ziemlich witzlos ist, da man Schmuggelware einfach auf den 40 km zuvor umladen hätte können und es noch einige andere Straßen in die Stadt gibt, wo kein Grenzposten vorhanden ist. Aber so brüteten wir einige Zeit in der Hitze vor uns hin, bis wir endlich weiter durften.

Der Ort San Pedro de Atacama selbst ist dafür super schön, so dass sich die Fahrt hier her definitiv gelohnt hat. Es könnte so ein Wüstenstädtchen aus einem Film sein. Überall staubige Straßen, kleine, lehmfarbene Hütten und ein wunderbarer Plaza de Armas in der Mitte, um den herum sich das gesamte Leben abspielt.

Leider sind aufgrund der strategisch günstigen Lage des kleinen Orts für Ausflüge in die Atacama-Wüste alle Hostels hier ziemlich überteuert. Aber unseres ist immerhin ziemlich hübsch anzusehen, wir haben Hängematten im Garten, ein gemütliches Bett und ein Strohdach über dem Zimmer.

Als wir dann abends nochmal durch das Zentrum schlenderten, erwachte der Ort erst so richtig zum Leben: Überall auf dem Plaza de Armas fanden Zumba-, Fitness- und Aerobikkurse statt und die Leute tanzten fleißig herum. Wir setzten uns deshalb zum Abschluss des Tages in ein Café und schauten dem munteren Treiben von dort aus zu.