Wie schon angedeutet hieß es heute mal wieder früh aufstehen, um 4:30 Uhr um genau zu sein. Der heutige Grund war der frühe Sonnenaufgang hier in Bolivien, der für unser erstes Highlight heute eine entscheidende Rolle spielte.
In der Dämmerung machten wir uns deshalb bei Eiseskälte mit dem Jeep auf den Weg. Mit zugefrorenen Scheiben ging es zunächst beständig bergauf, bis wir auf knapp 5000 Höhenmetern unser erstes Etappenziel erreichten: die 'fumaroles' bzw Geysire, wie wir sie nennen würden.
Aus dem frostigen Wüstensand schossen wie aus dem nichts etliche Wasserdampf-Fontänen heraus, die im Licht der tiefstehenden Sonne eine fast unwirkliche Atmosphäre erzeugten. Bei näherem Hinsehen entdeckte man dann inmitten des Dampfes jede Menge kleiner, blubbernder Krater. Nur das was da blubberte war nicht ganz so überzeugend: es war nämlich nach faulen Eiern stinkender Schwefel-Matsch. Meli bevorzugte es deshalb, das Geysirfeld in gebührendem Abstand zu Umlaufen, während ich mich mit angehaltenem Atem auf den Weg mitten rein ins Dampffeld machte und dabei auf jeden meiner Schritte achtete...den entgegen jeglicher deutscher Vorschriften gibt es hier rein gar keine Sicherheitsvorkehrungen, die einen davor bewahren würden in den kochend heißen Schlamm zu stürzen.
Anschließend zeigte sich mal wieder die Flexibilität der bolivianischen Touranbieter: Bei den nachfolgenden heißen Quellen fanden sich nämlich ALLE Jeeps gleichzeitig ein, so dass dort ca. 100 Touristen auf einmal aufschlugen. Da wir zudem nur 20 Minuten Zeit hatten, um in das einzige, völlig überfüllte Becken zu hüpfen, ließen wir die Möglichkeit dankend aus und fuhren stattdessen zeitnah weiter zum letzten Ziel der Tour, der Laguna Verde.
Und wir hatten Glück: Nicht nur, dass es dort etwas leerer war (da die Anderen ja noch Gruppenkuscheln bei den Quellen veranstalteten), sondern auch dass die Quelle heute in einem tiefen Grünton erschien. Laut unserem Guide sei dies nämlich nicht jeden Tag der Fall, da es von einigen Faktoren, wie Temperatur, Sonnenstand und den Bakterien in der Lagune abhänge.
Nach einigen letzten Bildern ging es dann auch schon weiter in Richtung der chilenischen Grenze, wo wir uns erstmal einreihen durften, um den begehrten Ausreisestempel zu erhalten. Nachdem dies noch zeitnah klappte, rollten wir dann auch schon in einem Bus stetig bergab diesmal nach San Pedro de Atacama.
Nachdem wir nach einer guten halben Stunde bereits das Ortsschild passiert hatten, kam auf einmal der chilenische Grenzposten. Überrascht, da wir schon seit 40 km durch Chile fuhren und zigmal hätten abbiegen können, dachten wir, wir bekommen dann halt schnell den Einreisestempel...aber Pustekuchen. Es hieß erstmal warten und warten und warten. Die Grenzbehörde nimmt es hier nämlich ganz genau und durchsucht jedes einzelne Gepäckstück...was ziemlich witzlos ist, da man Schmuggelware einfach auf den 40 km zuvor umladen hätte können und es noch einige andere Straßen in die Stadt gibt, wo kein Grenzposten vorhanden ist. Aber so brüteten wir einige Zeit in der Hitze vor uns hin, bis wir endlich weiter durften.
Der Ort San Pedro de Atacama selbst ist dafür super schön, so dass sich die Fahrt hier her definitiv gelohnt hat. Es könnte so ein Wüstenstädtchen aus einem Film sein. Überall staubige Straßen, kleine, lehmfarbene Hütten und ein wunderbarer Plaza de Armas in der Mitte, um den herum sich das gesamte Leben abspielt.
Leider sind aufgrund der strategisch günstigen Lage des kleinen Orts für Ausflüge in die Atacama-Wüste alle Hostels hier ziemlich überteuert. Aber unseres ist immerhin ziemlich hübsch anzusehen, wir haben Hängematten im Garten, ein gemütliches Bett und ein Strohdach über dem Zimmer.
Als wir dann abends nochmal durch das Zentrum schlenderten, erwachte der Ort erst so richtig zum Leben: Überall auf dem Plaza de Armas fanden Zumba-, Fitness- und Aerobikkurse statt und die Leute tanzten fleißig herum. Wir setzten uns deshalb zum Abschluss des Tages in ein Café und schauten dem munteren Treiben von dort aus zu.