Donnerstag, 22. Oktober 2015

Cusco - Tag 5

Ausnahmezustand in Cusco...das ist wohl die treffendste Beschreibung des heutigen Tages.

Bereits beim Raustreten aus dem Hostel stellten wir fest, dass in den sonst von Taxis überfüllten Straßen kein einziges Auto unterwegs war. Nach einigen Kreuzungen fanden wir dann am ersten Plaza auch heraus warum: So ziemlich alle Einwohner von Cusco schienen sich an dem Streik zu beteiligen und marschierten in großen Zügen durch die Straßen oder hielten Reden. Sämtliche Geschäfte waren verbarrikadiert und die Polizei war überall mit Schutzschilden präsent.

Als wir den Guide unserer Free Walking Tour trafen, erfuhren wir auch endlich den Grund: Die Regierung plant ein Gesetz zur Privatisierung kultureller Stätten. Dies hätte unter anderem eine Erhöhung der Eintrittsgelder zur Folge, worunter natürlich sämtliche Reisebüros und der Tourismus allgemein leiden würden.

Da jedoch alle für das gleiche demonstrierten, war die Stimmung insgesamt friedlich und die Polizei begleitete lediglich die größeren Gruppierungen.

So ganz wohl fühlte sich unser Guide offenbar nicht in seiner Haut (da er sich nicht an dem Streik beteiligte), jedoch führte er uns tapfer durch die Gassen und erklärte allerhand Wissenswertes über die Entstehung der Stadt und die Baukunst der Inka.

Anschließend versuchten wir zum ersten Mal hier in Südamerika in einen McDonalds zu kommen...doch auch das erwies sich schwieriger als erwartet. Alle Fenster und Türen waren verrammelt und auch Klopfen half nichts. Erst als einige Gäste  rauskamen und dazu die Türe einen Spalt geöffnet wurde, konnten wir schnell rein huschen, bevor hinter uns wieder alles verriegelt wurde.

Nach einstimmiger Meinung aller, mit denen wir gesprochen haben, soll der Streik aber definitiv nur bis morgen andauern, so dass wir hoffentlich am Samstag wie geplant zum Machu Picchu starten können...hoffen wir das Beste!!!

Nachdem wir uns nachmittags aus sicherer Entfernung noch ein bisschen die Demonstrationsmärsche am Plaza de Armas angeschaut hatten, entschlossen wir uns dazu, dem Museo del Inka einen Besuch abzustatten. Dort wurde auf zwei Etagen mit unzähligen Fundstücken die Geschichte der Inka dargestellt.

Da uns danach aber endgültig die Ideen ausgingen, versuchten wir bei einigen Touranbietern unser Glück, um für morgen noch irgendwas zu  organisieren - doch leider ohne Erfolg. Als wir dann eigentlich schon aufgegeben hatten und bei einem Coca-Tee am Plaza de Armas saßen, stieß ich zufällig im Internet auf einen guten Anbieter für Reitausflüge. Ohne noch wirklich daran zu glauben, schrieb ich den Anbieter über WhatsApp an...und tatsächlich: Wenn wir die 45 Minuten zur Ranch außerhalb der Stadt laufen könnten, wäre eine Tour möglich. Also ergriffen wir die Chance zum vermutlich einzigen Ausflug morgen und konnten aufgrund des wegfallenden Transports sogar noch den Preis runter handeln :-)

Zufrieden ging es anschließend zurück ins Hostel, wo wir von Hannes und Diana per WhatsApp erfuhren, dass sie am Fuße des Machu Picchu festsitzen, da von dort aktuell kein Bus und kein Zug mehr zurück fährt...hoffen wir also, dass sich die Lage schnell entspannt.

Kleiner Zusatz: Im Trubel der Demonstration wurden Meli und ich sogar noch zu 'Stars'. Nachdem ich kurz einige Fotos machen ging, wurde ich von lauter peruanischen Mädels angesprochen, die Fotos mit mir machen wollten - was vermutlich daran lag, dass sie mir gerade mal bis zum Bauchnabel reichten. Während Meli sich aus der Entfernung noch amüsierte, wurde nichtmal fünf Minuten später auch sie von den Jungs um Fotos gebeten...nächstes Mal sollten wir vermutlich Geld verlangen, ist hier ja so üblich :-D