Voranmerkung: Um in Cusco und Umgebung die Sehenswürdigkeiten besichtigen zu können muss man ein 'boleto touristico' erwerben. Und damit man damit auch richtig Geld macht, kann man keine Einzeltickets kaufen, sondern gleich mindestens ein Kombi-Ticket für 70 Soles (knapp 20 €), was für hier schon richtig viel Kohle ist.
So mussten wir gestern für Moray entgegen den Angaben im Lonely Planet überraschend ein solches Ticket kaufen. Um dies nun wenigstens noch ein bisschen zu nutzen, ging es heute nach Pisac.
Dazu wählten wir diesmal einen öffentlichen Bus, der für die über einstündige Fahrt im Schneckentempo gerade mal 3 Soles pro Person kostete. In Pisac angekommen stellten wir dann überrascht fest, dass der gestern erwähnte Markt dort (wieder entgegen den Reiseführern) montags offenbar doch stattfand. Da dies jedoch somit keine Touristen wussten, war er menschenleer und wir konnten eine kleine Runde darüber schlendern.
Dann machten wir uns jedoch an der Kirche vorbei auf unseren eigentlichen Weg. Das Ziel waren die einige hundert Meter über der Stadt liegenden Ruinen. Dorthin führt ein kleiner, 4 km langer, aber extrem steiler Pfad, sofern man nicht das bequeme Taxi nehmen möchte. Da wir uns immer noch auf über 3000 Meter befanden, stellte das die ideale Generalprobe für den Machu Picchu dar und wir wählten natürlich die qualvolle Variante :-) Veranschlagt war sie in den Reiseführern mit etwa zwei Stunden...
Und so stapften wir zu viert und hochmotiviert los. Vorsorglich kauten wir bereits nach wenigen Stufen alle auf unseren Coca-Blättern herum und merkten, dass wir trotzdem sehr schnell ins Schnaufen kamen. Aber die zunehmend tolle Aussicht entschädigte für den mühsamen Aufstieg vorbei an den ersten Inka-Terrassen und über kleine Holzbrücken. Für meine Höhenangst war der neben uns befindliche Abgrund manchmal etwas grenzwertig, aber ich lenkte mich dann mit fotografieren ab ;-)
Auf dem gesamten Weg kamen uns nur etwa 15 Leute entgegen und bergauf entdeckten wir gerade mal zwei andere Leute, die sich trauten.
Und so erreichten wir bereits nach knapp über einer Stunde die Ruinen - wir waren zwar k.o., aber stolz wie Oskar. Da wir aus der entgegengesetzten Richtung der Parkplätze den riesigen Komplex erreichten, war die erste Hälfte aus unserer Richtung menschenleer und so konnten wir die Atmosphäre entspannt in uns aufsaugen.
Nachdem wir wieder etwas zu Kräften gekommen waren, wanderten wir über kleine Pfade und durch einen Tunnel hindurch über das Gelände bis zu den Parkplätzen, wo wir uns dann für die Talfahrt ein Taxi nahmen.
Unten angekommen, gönnten wir uns dann um 17 Uhr unser wohlverdientes Mittagessen, bevor wir uns zurück nach Cusco machten.
Schlussanmerkung: Da wir zu Fuß die Ruinen vom anderen Ende betraten und dies scheinbar nicht allzu viele Leute tun, gab es dort letztendlich gar keine Ticket-Kontrolle und wir hätten die Ruinen sogar ohne das Kombi-Ticket anschauen können...