Zum Wohle einiger Angehöriger haben wir unseren heutigen Plan vorher nicht angekündigt: Es ging nämlich auf die gefährlichste Straße der Welt zwischen La Paz und Coroico. Bis vor einigen Jahren stürzten hier regelmäßig Fahrzeuge ab, weshalb schließlich eine neue, sicherere Straße gebaut wurde. Die alte Straße ist aber weiterhin geöffnet und wird seitdem hauptsächlich von Mountainbike-Fahrern genutzt -> und genau das hatten wir heute vor.
Wir wählten den besten und teuersten Anbieter, um sicher zu gehen, dass die Bremsen an unseren Bikes auch tun und machten uns um 07:30 Uhr auf den Weg.
Mit dem Bus ging es erstmal hoch auf 4700 Meter, wo jeder mit dem kompletten Equipment und den Bikes ausgestattet wurde. Nach einer Einweisung und einer Spende an Pachamama (96%iger Alkohol, um sie gut zu stimmen) ging es dann auch schon los.
Die ersten ca. 20 km waren asphaltiert, so dass man sich etwas eingewöhnen konnte. Als es dann endlich auf die eigentliche Death Road gehen sollte, machte uns mal wieder die südamerikanische Unorganisiertheit einen Strich durch die Rechnung: Dort fand heute nämlich ein Radrennen statt, weshalb die Strecke gesperrt war. Angeblich hätte sie um 10:30 Uhr wieder freigegeben werden sollen, was dann kein Problem gewesen wäre, aber wie das hier so ist, sind Uhrzeiten leider ziemlich relativ...
Also hieß es erstmal warten und warten und warten, in der Hoffnung, dass die Strecke wieder irgendwann freigegeben wird.
Gegen 12:30 Uhr war es dann endlich so weit und wir starteten auf die eigentliche Death Road. Immer am Abgrund entlang ging es über eine Schotterpiste abwärts. Wir erhielten jedoch gute Sicherheits-Briefings und waren somit gut auf die Streckenabschnitte vorbereitet. Dass dies bei anderen Gruppen offenbar nicht ganz so der Fall war, wurde bei den drei Crash's offensichtlich, die wir beobachteten. Glücklicherweise waren die schlimmsten Folgen eine gebrochene Schulter und ein gebrochener Ellbogen.
Unter Wasserfällen hindurch und an wundervollen Landschaften vorbei meisterten wir schließlich alle unbeschadet die knapp 3500 Höhenmeter bis ins Tal. Die Fahrt war super spaßig und die gefährlichsten Kurven wurden tatsächlich zwischenzeitlich mit Leitplanken abgesichert.
In einer Ecolodge, die Tiere vom illegalen Handel aufnimmt, gab es anschließend Abendessen. Aufgrund des Radrennens war es leider zu spät, um noch eine Führung zu machen, aber die Affen, Papageien und sonstigen Tiere waren auch so neugierig genug, um uns von nahem zu begutachten.
Anschließend machten wir uns über die neue Strecke auf den Rückweg, wo es dann aufgrund eines waghalsigen Überholmanövers der entgegenkommenden Fahrzeuge um ein Haar doch noch gekracht hätte. Glücklicherweise reagierte unser Busfahrer gut und so kamen wir ca. 20 cm vor dem auf unsrer Spur befindlichen Überholer zum Stillstand.
Das war dann aber auch genug Action für heute...