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Donnerstag, 7. März 2019

Arthur's Pass

Der heutige Tag begann recht stürmisch. Gut, dass wir einen recht windgeschützen Stellplatz für unseren Camper bekommen hatten. Als wir morgens aber kurz auf der Brücke über die Schlucht spazierten, wehte es uns fast die Haare vom Kopf.

Wir machten uns anschließend zeitnah auf den Weg, da wir heute einiges auf dem Programm stehen hatten. Wir wollten nämlich den Arthur's Pass in Richtung Westküste überqueren und dabei noch einige Zwischenstopps einlegen.

Der erste sollte Castle Hill werden. Eine Gegend mit verstreuten Felsen (ähnlich den Elephant Rocks, wo wir schon waren) in der Teile des Films Narnia gedreht wurden. Da Lara jedoch gerade schlief und wir sie nicht wecken wollten, wurde es leider nur ein ganz kurzer Fotostopp, bevor wir weiterfuhren.

Nur ein paar Kilometer weiter wartete nämlich das Cave Stream Scenic Reserve auf uns. Glücklicherweise wird dieses Gebiet von der Nationalparkverwaltung DOC kaum beworben, so dass es zum einen kostenlos und zum anderen nicht so überlaufen wie andere Sehenswürdigkeiten ist. Das besondere an diesem Hügel ist, dass der Broken River dort etwa 600m lang unterirdisch verläuft.

So hieß es für mich also erstmal Wasserschuhe, Badeshort und Stirnlampe anziehen und rein ins Höhlenabenteuer! Die Wetterbedingungen waren top und der Fluss führte auch nicht zu viel Wasser, so dass man den unterirdischen Lauf nämlich von unten nach oben durchlaufen kann. Da das ganze natürlich leider nicht Lara-tauglich ist, mussten meine beiden Mädels erstmal oben bleiben. So ging es für mich dann durch enge Tunnel, über kleinere Wasserfälle und Hindernisse eine knappe halbe Stunde durch völlige Finsternis (eine Ersatzlampe hatte ich natürlich dabei!), bevor ich am anderen Ende des Höhlensystems wieder ans Tageslicht kam. Ein tolles kleines Abenteuer und mein absolutes Neuseeland-Highlight bisher!

Meli motivierte ich anschließend auch noch, den Flusslauf zu durchkraxeln, während ich solange mit Lara ein bisschen spielte, die mittlerweile wach geworden war.

Nach diesem Erlebnis überquerten wir dann den Pass und hielten kurz danach noch bei einem 130 Meter hohen Wasserfall. Eigentlich wollten wir gemeinsam die viertel Stunde dorthin marschieren, doch die kleine Maus war mal wieder eingeschlafen, so dass ich mich alleine mit meiner Kamera auf den Weg machte und wie so oft ein paar Bilder knippste.

Am späten Nachmittag erreichten wir dann unseren Holidaypark, wo Lara im Aufenthalstraum dann auf eine Spielgefährtin aus Australien traf und mit dieser schön ein bisschen spielte. Leider schlug zwischenzeitlich das Wetter draußen um, so dass wir abends nicht wie vorgesehen zu den Glowworms am Flussbett spazieren konnten. Dies müssen wir dann wohl wo anders noch nachholen...

Lake Tekapo + Rakaia Gorge

Nach einem entspannten Frühstück machten wir uns auf den Weg zu einer kleinen Wanderung - die ein echter Geheimtipp ist. Die Wanderstrecke über eine kleine Halbinsel am Lake Tekapo ist zwar ausgeschildert, doch wir sahen während der ganzen Zeit insgesamt nur 3 Personen aus der Ferne. Durch goldgelbes Gras wanderten wir mal wieder etwa eine dreiviertel Stunde bis an eine Landspitze mit tollen Aussichten auf den türkisblauen See. Dank eines Hinweises in einem meiner unbekannteren Reiseführer bogen wir dort dann vom eigentlichen Trampelpfad ab und kletterten ans Ufer hinunter. Vom Strand aus hat man nämlich einen tollen Blick auf weiße Klippen, der einem sonst verwehrt bleibt. Offenbar hatte niemand der anderen Wanderer den Tipp gelesen, denn wir waren dort vollkommen alleine! Nachdem Lara mal wieder ein kleines Nickerchen in der Kraxe gemacht und ich die Drohne ein bisschen fliegen hab lassen, machten wir uns dann auf den beschwerlicheren Rückweg. Zum einen war es in der Mittagssonne zwischenzeitlich deutlich heißer geworden und zum anderen mussten wir die Klippen erstmal wieder hochkraxeln, was gar nicht so ohne war. Unzählige umher hoppelnde Hasen heiterten die Stimmung aber auf und Lara feuerte mich aus der Kraxe heraus zusätzlich an, so dass wir es dann doch wieder zurück zum Camper schafften.

Beim anschließenden Einkauf im Supermarkt von Tekapo geschah dann das erste richtige Ärgernis der Reise: Ein Franzose blieb mit dem Außenspiegel seines Wohnmobils an unserem geparkten Camper hängen und beschädigte ihn. Leider war er erstmal nicht ganz so einsichtig, so dass sich das ganze als etwas nervig erwies. Letztendlich füllte er mit uns zusammen dann aber doch das Schadensformular aus und wir hoffen, dass jetzt dann alles problemlos klappt.

Anschließend hätten wir dann vor lauter Durcheinander fast noch die Church of the Good Shephard vergessen, eine winzige, malerische Kirche am Seeufer des Lake Tekapo. Der Blick aus der schlichten Kirche heraus ist echt beeindruckend!

Durch relativ monotone Landschaft ging es dann weiter bis zur Rakaia Gorge, wo wir einen wunderschönen und auch noch günstigen Campingplatz fanden. Besonders Lara freute sich über das grüne Gras überall, auf dem sie wunderbar rumkrabbeln und sich austoben konnte.

Abends gingen wir dann noch runter ans Flussufer, wo wir ein hübsches Fleckchen mit Sandgrund und Strömungsschatten fanden, wo wir uns alle drei nochmals etwas im kühlen Nass erfrischen konnten.