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Sonntag, 15. November 2015

Calama - Tag 2

Die passende Überschrift für den heutigen Post wäre wohl: Shopping-Wahn...

Nachdem wir gemütlich ausgeschlafen hatten, machten wir uns mittags auf den Weg in die Innenstadt. Uns war zuvor gesagt worden, dass  Calama so hässlich ist, dass hier bereits ein Tag zu viel sei. Diesen Eindruck konnten wir jedoch nicht bestätigen: Wir fanden einen lebhaften Plaza de Armas mit schönem Brunnen und jeder Menge bunt bemalter Häuser drumrum. Eine schöne Kirche und eine große Fußgängerzone schlossen direkt daran an. Auf dem Weg durch die Fußgängerzone stießen wir dann auf das erste große Kaufhaus...und dann ging es los. Durch niedrige Preise und verrückte Rabattaktionen inspiriert, füllten sich im Nu die ersten Shopping-Tüten.

Anschließend ging es mit dem collectivo weiter. Das hat sich hier mittlerweile zu unsrem Lieblings-Transportmittel gemausert. Durch die ganze Stadt fahren ununterbrochen hunderte dieser Autos mit Nummern auf dem Dach. Jede Nummer hat ihre eigene Route und durch Fragen bzw teilweise auf das Dach geschriebenen Straßennamen kann man sich einigermaßen zügig orientieren. Der Unterschied zum Taxi ist ein günstigerer Fahrpreis und die Tatsache, dass jederzeit Leute zusteigen und wieder aussteigen können.

Schnell hatten wir das richtige Taxi zur großen Shopping-Mall gefunden und standen nicht mal zehn Minuten später mitten im Breuningerland von Calama ;-)

Als erstes zog es uns zum riesigen Food-Court...ein Paradies für mich! Dort reiht sich ein Fast-Food-Imbiss neben den anderen, so dass man sich kaum entscheiden kann. Letztlich fiel die Wahl auf eine Hotdog-Bude mit jeder Menge Optionen zum belegen. Nachdem wir unser kleines Würstchen-Monster verschlungen hatten, ging es dann hinein in die Shopping-Welt.

Dummerweise gibt es hier natürlich nur Sommerklamotten, aber nichts desto trotz packten wir die Taschen voll...gut dass wir nicht mehr so viel reisen müssen :-D

Nachdem wir alles ins Zimmer geschafft hatten, ging es abends dann noch in ein leckeres Steakhaus, wo es Spare Ribs gab, bis wir fast platzten.

Dummerweise scheint meine Kreditkarte das Ganze nicht ganz so vertragen zu haben, denn sie funktioniert nicht mehr, wie wir abends feststellten. Gut wenn man immer einen Notgroschen in US-Dollar dabei hat...die sollten uns wenigstens übers Wochenende retten.

Samstag, 14. November 2015

Calama - Tag 1 / Chuquicamata

Nach fast einer Woche ging es heute mal wieder weiter, allerdings nur etwa 90 km in westliche Richtung. Dort liegt die etwas größere Stadt Calama. Der eigentliche Grund für unseren Aufenthalt dort, ist der dortige Flughafen, von welchem wir am Sonntag nach Santiago starten.

Um die Zeit dort jedoch etwas sinnvoll zu nutzen, haben wir uns natürlich nach Sehenswürdigkeiten erkundigt...und wurden fündig: Direkt neben der Stadt befindet sich der größte Tagebau der Welt!

Nach vorherigem Kontakt mit dem Betreiber war es uns möglich das Areal im Rahmen einer Führung zu besichtigen...und diesmal sogar kostenlos :-)

Am frühen Nachmittag wurden wir freundlich im Besucherzentrum der Firma empfangen und erstmal mit allen Sichwerheitsrichtlinien vertraut gemacht. Wir fühlten uns schon fast wieder wie in Deutschland. Nachdem wir noch mit Bauhelm, Warnweste und Atemschutzmaske ausgetestattet worden sind, ging es dann in einem Bus in Richtung der Mine nach Chuquicamata.

Unser erster Stop führte uns in eine Geisterstadt direkt am Rande des Tagebaus. Wir erfuhren, dass dieses Dorf von der Firma ursprünglich für die Minenmitarbeiter gebaut worden war und schließlich bis auf 25000 Einwohner anwuchs. Andrea, unsere Führerin, sowie zwei weitere Besucher haben selbst in dem Dorf gewohnt bzw sind dort aufgewachsen. Aufgrund der beständigen Ausweitung der Mine, sowie der zunehmenden Staub- und damit Gesundheitsbelastung wurden 2008 schließlich alle Einwohner nach Calama  umgesiedelt. 

Die ältesten Gebäude des seitdem verlassenen Ortes sind von 1916, ein Jahr erbaut nachdem der Tagebau begonnen wurde. Und so herrschte rund um den menschenleeren Dorfplatz eine gewisse Wild-West-Atmosphäre mit alten Salons, Kinos, Kneipen und allem was dazu gehört. In einem der Gebäude erfuhren wir dann alles wissenswerte rund um den Kupferabbau, um den sich hier alles dreht.

Anschließend ging es dann endlich rein in den riesigen, weißen Kessel. Der Tagebau ist nämlich eine in den letzten 100 Jahren immer größer werdende Grube mit gigantischen Ausmaßen. Mittlerweile ist sie 5 km lang, 3 km breit und 1 km tief. Von einer Aussichtsplattform hatten wir einen super Blick über die gesamte Anlage, aber die Dimensionen waren dennoch fast nicht vorstellbar. Die kleinen schwarzen Punkte bzw Fahrzeuge die ihr auf dem Foto seht, sind 300 Tonnen schwere Megalaster...

Nach diesem beeindruckenden Ausblick ging es dann wieder zurück in die Stadt, wo wir den ersten richtigen Supermarkt seit Lima fanden. Dort nahmen wir uns erstmal ein paar Kleinigkeiten mit ins Zimmer. Dort schauten wir dann etwas fern und erfuhren von den traurigen Ereignissen in Paris :-(

Nachdem wir geschockt einige Zeit den Bildern gefolgt sind, machten wir uns aber gegen 20 Uhr dann trotzdem auf den Weg um etwas zu abend zu essen. Da wir aufgrund des gestrigen Abend nicht schon wieder Steak Essen wollten, hatten wir uns einen Chinesen  ausgesucht. Nach einem viertelstündigen Marsch kam die Ernüchterung: Alles war stockdunkel und geschlossen. Daraufhin folgte ein einstündiger Irrmarsch quer durch die Stadt, ohne dass wir etwas anderes fanden. Als wir schließlich erneut an der gleichen Stelle vorbeikamen, hatte das Restaurant dann plötzlich geöffnet...das soll mal einer verstehen. Naja, das leckere Essen und die riesigen Portionen entschädigten schließlich noch für den langen Spaziergang :-)

Die übrige Nacht über blieben unsere Gedanken schließlich weiterhin in Paris, ohne dass wir es so richtig verstehen können und wollen.