Montag, 15. Mai 2023

Tag 19: Little Wild Horse Canyon + Goblin Valley SP

Das Tagesprogramm heute war eigentlich überschaubar: Zuerst ging es zwei Stunden lang über den Highway und mitten durchs Nirgendwo. Wenig abwechslungsreich, aber wir legten zumindest ordentlich Strecke zurück.

Kurz vor dem Goblin Valley State Park, in dem wir übernachten würden, bogen wir noch ab zum Little Wild Horse Canyon. Ein insbesondere für Kinder unterhaltsamer Slot Canyon durch den man hindurch wandern und klettern kann... Das hätte nur mal jemand Lara sagen sollen! Die hatte heute überhaupt gar keine Lust auch nur einen Fuß vor die Wohnmobiltür zu setzen, was das ganze zu einem äußerst nervenaufreibenden Unterfangen machten. Während um uns herum Kinder in alle Richtungen sprangen und spielten, war unsere junge Dame nur am motzen. Nicht mal Tragen wollte sie sich lassen... So brachen wir den Versuch schließlich nach der ersten interessanten Passage des Canyons ab und kämpften uns mit Lara zurück zum Wohnmobil.

Immerhin hatten wir kurz darauf im Goblin Valley State Park mehr Glück: Im dortigen Tal befinden sich hunderte kleiner Sandstein Türme, die aussehen wie kleine Männchen, Kobolde oder Trolle. Da konnte dann selbst Lara nicht widerstehen und so spielten wir zwischen den Figuren eine muntere Runde Verstecke. Zu meiner Freude konnte man am Visitor Center zudem auch noch eine Permit für die Drohne kaufen, so dass ich damit durch das Tal flitzen durfte.

Abends gings auf den Campground in selbigem State Park, der erfreulicherweise warme Duschen parat hielt, was auf einem Wohnmobil-Urlaub schon richtiger Luxus ist. Als dann auch noch das erste Gewitter des Urlaubs über uns nieder ging, waren wir froh in unserem komfortablen Gefährt zu hausen, statt in einem Zelt.

Samstag, 13. Mai 2023

Tag 18: Canyonlands NP + Dead Horse Point SP

Bevor es für uns heute weiter ging, beschlossen wir kurzfristig noch eine kurze Wanderung mit Noemie und Co im Arches zu machen. So konnten die Kiddies nochmals eine Runde durch den Sand toben, bevor wir dann endgültig Abschied nehmen mussten. Das fiel ihnen heute aber zum Glück einfacher als vor drei Tagen.

So konnten wir uns dann auf den Weg zum Canyonlands Nationalpark machen, wo uns allerdings nicht mehr allzu viel Zeit blieb. Wir schauten uns nach etwas Überzeugungsarbeit gemeinsam mit Lara den dortigen Mesa Arch an und fuhren noch zu einem weiteren Aussichtspunkt. Laras Highlight war dort jedoch nicht die Landschaft, sondern ein ganzer Reisebus voller Asiaten. Da diese ziemlich komische Foto-Posen machten und die ganze Zeit komisch rumkicherten, nannte Lara sie irgendwann nur noch 'die Komischen'.

Anschließend ging es nach gerade mal 3 Stunden auch schon wieder raus aus dem Nationalpark und rein in den direkt daneben liegenden Dead Horse Point State Park. Dort befindet sich nämlich unser sehr schöner Kayenta Campground. Während Lara den eigentlichen Zeltplatz feierlich zum großen Sandkasten umwidmete, machte ich mich zum Sonnenuntergang nochmals auf den Weg an den Rand des dortigen Canyons.

Freitag, 12. Mai 2023

Tag 17: Arches NP - Tag 2

Früh am Morgen ging es heute für mich los in Devil's Garden. Der gleichnamige Trail beginnt gleich neben unserem Campground, so dass Meli und Lara noch liegen bleiben konnten, als ich mich um 7:30 Uhr auf den Weg machte. Insgesamt 14 km ging es über wunderschöne (aber anstrengende) Sandpfade, über Felsen und sonstige Hindernisse in einer großen Runde durch den 'Garten'. Die erste Hälfte des Trails war aufgrund der Uhrzeit noch herrlich leer und so konnte ich in Ruhe die Natur genießen. Auf dem Rückweg (und einfacheren Teil der Strecke) kamen mir dann aber schon Horden von anderen Touristen entgegen, so dass ich froh war, um 11 Uhr wieder das Wohnmobil erreicht zu haben. Die Bilanz der Wanderung: 19.000 Schritte und 102 Stockwerke. 

Im Gegensatz zu gestern herrscht heute strahlender Sonnenschein, was die Temperaturen hier gefühlt verdoppelt hat. Trotzdem stand für uns alle zusammen am Nachmittag noch das Felslabyrinth 'Fiery Furnace' auf dem Programm. Aus meiner Sicht war es eine super Kraxelei in herrlicher Natur und auf jeden Fall den Aufwand mit der Permit wert! Lara meisterte die teilweise erheblichen Hürden in Form von Felsspalten, Bouldern und sonstigem Gestein mit Bravour. Nützlich war hier auf jeden Fall unser GPS-Gerät, da es in dem Labyrinth nicht ausbleibt, dass man mal den 'Weg' aus den Augen verliert. Es geht teilweise so irrwitzige Passagen entlang, dass man schlicht nicht daran glaubt, dass es dort weitergehen soll. Letztlich schafften wir es aber nach etwa 2 Stunden wieder zurück zu unserem Wohnmobil und belohnten uns erstmal mit einem Eis.

Anschließend hieß es relaxen und auf Noemie warten. Lara konnte es kaum erwarten und so war die Freude groß, als endlich das Wohnmobil um die Ecke bog. Den restlichen Abend grillten wir dann zusammen und saßen noch am Feuer, bis den kleinen Damen die Augen langsam zu fielen.

Donnerstag, 11. Mai 2023

Tag 16: Arches NP - Tag 1

Der Devils Garden Campground wird tatsächlich seinen hohen Erwartungen gerecht - wunderschön gelegen, schön ruhig und ein super Klima hier im Park. So schliefen wir erstmal ordentlich aus, bevor wir nochmal eine Wanderung mit Lara wagten. Meli geht es mittlerweile zum Glück auch langsam wieder ein bisschen besser. 

Auf dem Windows Arch Trail ging es auf schönen Pfaden vorbei an gleich mehreren Steinbögen. Und siehe da, Lara war so gut drauf, dass sie nicht nur den ganzen Loop alleine lief, sondern wir zusätzlich noch einen Abstecher zum gegenüber gelegenen Double Arch machen konnten. Mit Laras Funkgeräten ausgestattet, fand sie ihren Spaß daran, auf dem Weg Verstecke zu spielen und uns ständig anzufunken. Was tut man nicht alles, um die Kinder zu motivieren :-)

Anschließend mussten wir beim Visitor Center unsere Permits für eine Wanderung abholen, die ich für morgen reserviert habe. Mann muss sich tatsächlich ein 7 minütiges Lehrvideo anschauen und anschließend eine mündliche 'Prüfung' bestehen, um eine der 70 verfügbaren Genehmigungen zu erhalten. Nachdem wir das gemeistert hatten, ging es mit Permit im Gepäck noch an ein paar Aussichtspunkten vorbei.

Die letzte Wanderung des Tages zum beliebten Delicate Arch nahm ich dann aufgrund der Länge und Anstrengung des Trails alleine in Angriff, während die Mädels beim Wohnmobil blieben. Für den erhofften Sonnenuntergang war ich leider etwas zu früh dran, aber der Trail war trotzdem spaßig und auf dem Rückweg überraschten mich meine Mädels dann sogar noch auf halber Strecke.

Bei einem kleinen Lagerfeuer zum Sonnenuntergang ließen wir den Tag ausklingen.

Mittwoch, 10. Mai 2023

Tag 15: Natural Bridges + Mill Creek Waterfall

Früh am Morgen stand natürlich erstmal nur Laras neue Freundin auf dem Programm. So spielten die beiden nonstop, bevor es leider auch schon wieder Abschied nehmen hieß...zumindest für zwei Tage. Denn übermorgen haben Basti, Fabi und Noemie im Arches Nationalpark zufällig einen Stellplatz ca. 10 Meter Luftlinie von unserem entfernt reserviert. So ist das gemeinsame Wiedersehen und Barbecue auch schon beschlossene Sache!

Anschließend kraxelten wir nochmals im Natural Bridges NM zu dritt zu einem Aussichtspunkt auf eine steinerne Naturbrücke hinunter. Dank abwechslungsreicher Wegführung über Felsen, Treppen und Leitern schaffte sogar Lara ausnahmsweise mal die Strecke fast ohne Motzen, was hier schon tatsächlich die absolute Ausnahme darstellt. Normalerweise ist so nach ca. 200 Metern bei ihr Schluss mit der Motivation.

Das zeigte sich dann leider auch beim nächsten Programmpunkt des Tages: In Moab, vor den Toren des Arches NP, gibt es einen schönen kleinen Weg zu einem Wasserfall mit Bademöglichkeit. Trotz der eigentlichen Bademotivation schaffte Lara die 1,5 km Hinweg schon nicht und ließ sich ein Stück weit tragen. Nach drei Bachüberquerungen und nassen Füßen erreichten wir schließlich den Wasserfall. Im natürlichen Pool darunter konnte man sich herrlich erfrischen und ein bisschen von den Klippen springen (auch wenn das meinem Ellbogen leider nicht so gut bekommen ist).

Nachdem wir es mit Lara zurück zum Ausgangspunkt geschafft hatten, ging es dann bereits nach dem Sonnenuntergang zu unserer Campsite im Arches Nationalpark. Der 'Devils Garden Campground' ist der vermutlich beliebteste im ganzen Südwesten der USA. Dementsprechend schwierig und glücklich war es hier einen Stellplatz zu ergattern und das gleich für die nächsten drei Nächte. Mal schauen ob er seinem guten Ruf gerecht wird!

Tag 14: Monument Valley + Natural Bridges NM

Tag 14: Monument Valley + Natural Bridges NM

Unser erstes Tagesziel war eine kleine Wanderung zum Betatakin Cliff Dwelling im Navajo NM nach dem Frühstück. Den knappen Kilometer konnte sogar Lara bewältigen und am Ende wartete die Aussicht auf ein altes Felsendorf auf uns.

Nachdem Lara ihre Belohnung in Form des nächsten Junior Ranger Badges abgeholt hatte, machten wir uns dann auf den Weg in Richtung Monument Valley. Das stellt mit einem Wohnmobil leider tatsächlich nur einen kurzen Fotostopp dar, da man den Scenic Drive im Park nur mit normalen Pkw befahren darf. Ein typisches Touri-Foto auf der Weiterfahrt am 'Forest Gump Point' durfte aber natürlich ebenfalls nicht fehlen :-)

Anschließend mussten wir uns entscheiden wohin es weiter gehen soll, da wir noch keinen Stellplatz für die kommende Nacht gebucht hatten. Die Wahl fiel auf das Natural Bridges National Monument. Die überdimensionalen Schilder an der Zufahrtsstraße verhießen aber erstmal wieder nichts gutes: 'Oversizes Vehicles prohibited - 3 Miles of unpaved Road'.

Naja, jetzt waren wir aber schon unterwegs und nachdem das Verbot auf dem nächsten Schild in 'Not recommended' abgeschwächt wurde, entschieden wir uns dazu, es uns mal anzuschauen. Diesmal stellte es sich als gute Entscheidung heraus: Es ging zwar auf einer Schotterstraße etliche Serpentinen eine Steilwand hinauf, im Vergleich zur gestrigen Strecke war das aber ein Kinderspiel und eine hervorragende Aussicht gab es gratis dazu.

Im Natural Bridges NM war der angedachte Campground leider schon voll. So nahmen wir erstmal den Scenic Drive in Angriff, den wir hier im Gegensatz zum Monument Valley mit unserer Anita befahren durften. Gleich am zweiten Aussichtspunkt gab es dann eine kleine Überraschung: Stand da doch auf dem Parkplatz ein Wohnmobil, das so aussah wie unseres! Da unsere Vermietung nicht allzu groß und deutschsprachig ist, war es dann hingegen keine allzu große Überraschung, dass die Insassen des Geschwisterfahrzeuges aus Freiburg kommen. Zu Laras großer Freude befand sich neben Basti und Fabi die 6-jährige Noemie dort mit an Bord und so hatte sich nach 5 Minuten direkt eine neue Freundschaft entwickelt :-)

Gemeinsam verbrachten wir zunächst den restlichen Nachmittag an den Aussichtspunkten und suchten uns dann gemeinsam einen Stellplatz für die Nacht. Basti war gut vorbereitet und so fanden wir einen idyllischen Platz direkt vor den Toren des Nationalmonuments für unsere Wohnmobile. Während die Kiddies durch das Gestrüpp tigerten, machten wir Abendessen und saßen später bei einem gemütlichen Lagerfeuer noch zusammen.

Auf mysteriöse Weise ist übrigens auch der fast volle Mond von gestern vollständig verschwunden und wir konnten Millionen von Sternen am Himmel sehen!

Montag, 8. Mai 2023

Tag 13: Antelope Canyon + Navajo NM

Heute hieß es früh aufstehen, was für uns hier aber meist kein Problem ist. Durch die Fenster des Wohnmobils scheint nämlich trotz Jalousien meist so ab 6 Uhr die Sonne rein, weshalb wir es nur selten schaffen auszuschlafen.

So waren wir, wie vermutet, schon vor dem Wecker wach, um pünktlich um 7:30 Uhr beim Antelope Canyon anzukommen. Dort hatten wir im unteren Teil (Lower Antelope Canyon) nämlich eine der frühen Touren gebucht, da es bereits vormittags zu längeren Schlangen kommen kann. Für uns ging es dann aber ruckzuck hinab in den engen Slotcanyon mit seinen schönen Farb- und Schattenspielen. Lara hatte mit dem feinen roten Sand (den sie 'Pfeffer' nennt) einen riesen Spaß und ich konnte Fotos am laufenden Band schießen.

Nach einer dreiviertel Stunde ging es über enge Treppen durch einen winzigen Spalt wieder an die Oberfläche. Der Canyon ist wirklich beeindruckend und so kann man rückblickend auch die happigen Eintrittspreise verkraften.

Mittags ging es in ein leckeres BBQ-Restaurant mit allerlei Köstlichkeiten aus riesigen Smokern. So gab es Pulled Pork und Spareribs, die vom Knochen fallen...genau meine Welt! 

Gut gestärkt fuhren wir anschließend Richtung Osten weiter zum Navajo National Monument. Als Google Maps unterwegs eine 'kürzere Route' über Shonto vorschlug, dachten wir zunächst nicht groß darüber nach, bis wir plötzlich vor einem Hang standen, auf den nur noch eine Schotterpiste und provisorische Absperrung als Leitplanke hoch führte. Die optisch nicht sonderlich wohnwagentauglich aussehende Wegführung veranlasste mich dann doch dazu, lieber nochmal bei einem entgegenkommenden Einheimischen nachzufragen. Der zögerte kurz meinte dann aber sinngemäß: "Yeah, I saw already RVs doing that. It's just gravel, no sand. So you should be fine, you can make it."

Da der gute Herr ja gerade von der Strecke kam und kompetent erschien, machten wir uns dann doch daran, den Berg auf der welligen Schotterpiste zu erklimmen. Das war zwar für unser Geschirr und Besteck etwas kritisch, aber wir schafften es dann recht locker den Hang hoch und brausten erstmal über die Piste dahin. In Namibia hatten wir gelernt, dass es bei 'Wellblech' manchmal geschickter ist schneller zu fahren... Womit wir allerdings nicht rechneten: Auf einmal ging die Schotterpiste in eine komplette Offroad-Sandpiste über!!! Hatte der Herr zuvor nicht gesagt 'No sand'? Aber dafür war es jetzt schon zu spät, wir schlitterten mit etwa 50 km/h und einem riesen Wohnmobil bereits durch tiefen Sand und jedes Bremsen würde zwangsläufig dazu führen, dass wir stecken bleiben. Also hieß es Augen zu und durch. Irgendwie schaffte ich es so halbwegs unser Gefährt in der Spur zu halten und die verbliebenen etwa 5 km zu überstehen. Erst als wieder wieder auf halbwegs festen Fahrbahnbelag kamen und die ersten Gläser aus den Regalen fielen, wagte ich es wieder etwas vom Gas runter zu gehen.

Rückblickend war die Piste ein spannendes Erlebnis (und ich feier sowas ja immer), aber für verantwortungsvolle Mietwagen-Fahrer ohne Allrad sicher nicht empfehlenswert!

Auf dem wunderschönen kostenlosen Sunset View Campground des Nationalmonuments verbrachten wir dann den restlichen Tag, da Meli leider immer noch ziemlich in den Seilen hängt. Die Landschaft bot aber auch genug Abwechslung, um bei der Campsite Sandburgen zu bauen und zum Sonnenuntergang ein wenig umher zu klettern.

Sonntag, 7. Mai 2023

Tag 12: Horseshoe Bend + Lake Powell

Über den Desert View Drive fuhren wir in Richtung Ostausfahrt aus dem Grand Canyon. Dabei boten sich uns nochmal hervorragende Ausblicke und ein 'Watchtower' als letzte Station, den man kostenlos nach etwas Wartezeit besteigen durfte.

Danach ging es stetig Richtung Norden bis wir kurz vor Page den berühmten Horseshoe Bend erreichten, wie der Name schon sagt eine hufeisenförmige Schlaufe des Colorado River. Trotz großem Besucherandrang und anfänglicher Motivationsschwierigkeiten bei Lara, waren wir schließlich alle froh den Kilometer bis zum Aussichtspunkt bewältigt zu haben. Während Meli und ich den Ausblick feierten, definierte Lara den feinen roten Sand und die Steine, die man zu Türmen stapeln konnte, als Highlights.

Am frühen Abend ging es dann zu unserem Campground am Lake Powell. Der liegt so nah an der Grenze zu Utah, dass wir diese schon überschritten als wir kurz noch einen Abstecher ans Wasser runter machten, da Lara unbedingt noch die Füße reinstecken wollte. Auf dem Rückweg sammelte sie dann noch zwei Hosentaschen voll Muscheln, bevor der Tag dann endgültig zu Ende war.

Samstag, 6. Mai 2023

Tag 11: Grand Canyon

Um Meli und Lara etwas Ruhe zu gönnen, machte ich mich heute um 5 Uhr alleine auf den Weg, um den Sonnenaufgang am Grand Canyon einzufangen. Dazu muss man aber vom Campground erstmal dorthin gelangen... Theoretisch fahren alle 30 min Shuttle Busse, für die es aber keinen festen Fahrplan gibt. So hatte ich schließlich Glück, dass mich zwei weitere nette Frühaufsteher in ihrem Auto mit zum Visitor Center nahmen.

Genau im richtigen Moment kam ich schließlich am Yaki Point an, um die Sonne aufgehen zu sehen. Auf jeden Fall empfehlenswert, da es bis etwa 8 Uhr auch noch herrlich leer ist überall!

Nachdem ich meine Fototour beendet hatte, sammelte ich nach dem Frühstück meine zwei Mädels ein und wir machten uns mit den bis dahin tatsächlich wunderbar in 15-Minuten-Takten fahrenden Shuttlebussen gemeinsam auf den Weg, die Aussichtspunkte an der 'West Rim Road' zu erkunden. Das geht hier tatsächlich super easy, denn theoretisch kann man sich mit den Bussen direkt an jeden einzelnen Punkt hinfahren lassen. Alternativ kann man aber auch einige kleinere Strecken an der Kante entlang bis zum nächsten Punkt selbst laufen.

Der Grand Canyon hat mich wirklich im positiven Sinne überrascht. Vielleicht lag es daran, dass ich davor nicht allzu viel von den Ausblicken in eine Schlucht erwartet hatte. Vermutlich aber sind es die unvorstellbaren Ausmaße der Natur, die dort auf einen Einwirken und so bin ich froh, dass wir das Erlebnis mitgenommen haben.

Den restlichen Tag verbrachten wir entspannt auf dem Campground, sammelten noch Laras nächsten Ranger Badge ein und grillten uns abends bei einem kleinen Lagerfeuer noch etwas zu essen.

Freitag, 5. Mai 2023

Tag 10: Bearizona + Grand Canyon

Heute nutzen wir moderne Alternative zur Route 66, um ein bisschen Strecke zurückzulegen. Allerdings bließ auf dem Highway dermaßen ein Seitenwind, dass ich ernsthaft Schwierigkeiten hatte die Spur zu halten und an Anita zeitweise schon Warnleuchten angingen. Dementsprechend fuhren wir etwas langsamer als erlaubt, was die fetten 40 Tonner offensichtlich dazu beflügelte, uns im Schlingerkurs zu überholen zu wollen...

Irgendwie schafften wir es aber dennoch nach Seligman, einem kurzen Zwischenstopp an der alten Route 66, wo wir uns die 'Cars' als verrostete Originalmodelle anschauten.

Weiter ging es dann zu unserem heutigen Hauptprogramm in Williams. Dort befindet sich unter dem Namen 'Bearizona' eine Art Drive-Through-Zoo in dem hauptsächlich die heimischen Wildtierarten zu sehen sind. Wir waren tatsächlich positiv überrascht, wie aktiv die Tiere tagsüber waren. Zudem hatten wir ein bisschen Glück, denn bei den Bären war gerade Fütterungszeit und so turnten bestimmt fünfzehn von ihnen rund um unser Auto herum und mampften fleißig Karotten, Äpfel und sonstiges Futter. Man kann sicher darüber streiten wie artgerecht eine solche Tierhaltung sein kann, aber es ist auf jeden Fall interessant die heimische Fauna mal in live zu sehen. 

Am späten Nachmittag ging es dann noch weiter zu unserem Campground im Grand Canyon Nationalpark. Eigentlich hatten wir das Wohnmobil schon abgeparkt, als wir beschlossen noch Laras Junior Ranger Buch im Visitor Center zu holen. Und wie sich herausstellen sollte, war das eine hervorragende Idee...denn wir stolperten so direkt zum Sonnenuntergang an dem South Rim des Grand Canyon heran. Und was soll ich sagen: Mir verschlug es ernsthaft die Sprache! Ich hätte nicht gedacht, dass der Canyon so überwältigend sein würde. Die Dimensionen lassen sich auf keinem Foto so gigantisch darstellen, wie sie tatsächlich sind.

Da es allerdings leider mittlerweile Meli voll erwischt hat (während es mir zum Glück wieder besser geht), kehrten Lara und ich nach ein paar ersten Eindrücken zu ihr ans Wohnmobil zurück, um ihr etwas Erholung zu ermöglichen. Wir haben morgen ja nochmal den gesamten Tag, um den Canyon auf uns wirken zu lassen :-)