Dienstag, 10. November 2015

Reitausflug San Pedro - Tag 1

Um 9:30 Uhr trafen wir uns in der Rancho Cactus mit zwei Französinnen und unserem Guide um in ein zweitägiges Abenteuer zu starten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch frohen Mutes und hochmotiviert. Nachdem jeder sein Pferd zugewiesen bekommen hatte, hieß es rein in die Sattel und ab in die Wüste. Ach richtig - das mit dem Klima hier hatten wir zuvor nicht ganz so durchdacht: Die Atacama-Wüste ist eine der trockensten Regionen der Erde und dementsprechend auch keine Wolken. Das wiederum hat eine enorme Hitze und staubtrockene Luft zur Folge - eine schlechte Kombination wie ihr später noch erfahren werdet.

Naja, zunächst mal ging es noch entlang einiger staubiger Straßen in Richtung Norden, wo wir bald den ersten Canyon erreichten. Auf einem schmalen Trampelpfad, dem Paso de los Toros, ging es zickzack den Canyon hinauf, bis wir das komplette Tal, sowie die angrenzende Salzwüste und San Pedro de Atacama überblicken konnten.

Als unser Guide schließlich an der Kliffkante ankündigte, dass wir dort jetzt runterreiten lachten wir zunächst noch...bis wir realisierten, dass er das tatsächlich ernst meint! Unterhalb der Kante befand sich nämlich eine riiiiesige Düne, die es kurz darauf mit den Pferden und teilweise im Galopp bergab ging. Nur mein Opa-Pferd Granito, stolze 29 Jahre alt, ging es etwas gemütlicher an, was mir die Gelegenheit gab, ein paar Fotos während des Abstiegs zu schießen :-)

Anschließend ging es durch die kuriosen Gesteinsformationen im Tal des Todes. Der Name beruht übrigens auf einem schlichten Übersetzungsfehler: Ursprünglich hieß es 'valle de martes' (also Mars-Tal, benannt nach dem Planeten), bis ein berühmter Belgier mit seiner schlechten spanischen Aussprache daraus das 'valle de la muerte' - das Tal des Todes - machte. Da es mittlerweile Nachmittag geworden war, passte der neue Name jedoch ganz gut zu den dort mittlerweile vorherrschenden Temperaturen. Seit dem Mittagessen ging es mit mir bereits beständig bergab, wobei unklar war, ob es an der Anstrengung, der unbarmherzigen Sonne oder etwas anderem lag. Auf jeden Fall schleppte ich mich - oder besser gesagt mein Granito schleppte mich - schließlich mit letzter Kraft ins Camp.

Dort galt es dann zu allem Überfluss auch noch das Zelt selbst aufzubauen - was wir als Anti-Camper bisher mal so gar nicht gewohnt waren. Als dann auch diese Hürde noch gemeistert war, kam die eigentliche Belohnung: Assado und kaltes Bier. Eigentlich ein Traum für mich, allerdings ging es mir zwischenzeitlich so elend, dass ich mich nach einem Bissen Fleisch und zwei Schluck Bier bereits ins Zelt verziehen musste - so schade! :-(

Meli konnte ein bisschen mehr davon genießen. Allerdings sind unsere Po's beide das Reiten nicht ganz so gewohnt, so dass auch sie ein wenig zu leiden hatte und dann zeitnah ins Bett huschte.

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