Donnerstag, 19. November 2015

Rückblick auf Südamerika

Nach 6 Wochen voller Abenteuer, Erfahrungen und Begegnungen sind wir wieder zurück in Deutschland. Grund genug für ein kleines Resümee:

Persönliche "Rekorde":
3 Zeitzonen in einem Urlaub
4950 Höhenmeter
49 km Trekking
30 km Downhill-Biking
Trockenste Region der Erde bereisen
Galopp durch eine Düne reiten
Steißbein prellen beim Sandboarden
ca. 90 GB Urlaubsfotos

Verluste und Beschädigungen:
1 vergessene Sonnenbrille
3  zerbrochene  Sonnenbrillen
1 zerbrochene Sonnenblende
1 aufgeschlitzter Rucksack
1 gestohlener Sprachführer
1 vergessener MP3-Player
1 vergessene Zeitschrift
1 kaputtes Nackenkissen

Top 5 Erlebnisse Meli:
1. Inka-Trail
2. Salar de Uyuni + Laguna Verde
3. Reitausflug in die Atacama
4. Oase Huacachina
5. Colca Canyon

Top 5 Erlebnisse Manu:
1. Inka-Trail + Machu Picchu
2. Lagunen + Salar de Uyuni
3. Vicunas im Colca Canyon
4. Death Road
5. Zugfahrt von Oruro nach Uyuni

Außerdem haben wir festgestellt, dass unglaubliche viele Leute den Blog hier mitgelesen haben! Das freut uns natürlich riesig und vereinfacht das Erzählen :-) Nur als kleine Statistik: Es waren über 3000 Seitenaufrufe in den letzten beiden Monaten und durchschnittlich 20-50 Aufrufe unserer einzelnen Beiträge täglich.

Und nun sind wir leider schon mitten drin im arbeiten und brauchen vermutlich Monate fürs Bilder sortieren...in diesem Sinne heißt es im Blog erstmal auf Wiedersehen zu sagen und euch im echten Leben wieder begrüßen zu dürfen! :-)

Bis zum nächsten Urlaub!!!

Dienstag, 17. November 2015

Santiago de Chile - der letzte Tag!

Wie schnell die Zeit beim Reisen vergeht...heute stand uns schon der letzte, vollständige Tag hier in Südamerika bevor!

Und der begann gleich mal ziemlich verwachsen...unsre Kreditkarte funktionierte nämlich immer noch nicht. So ging es dann erstmal rüber zur Wechselstube, wo wir schließlich auch noch einen Teil unserer Not-Euro verpfänden mussten, um den bevorstehenden Tag zu überstehen.

Und danach wurde es erstmal nicht besser: Wir stellten fest, dass auch in Chile montags leider alle Museen geschlossen haben, womit unser geplanter Tagesablauf gleich mal platzte.

Also beschlossen wir einen Markt zu besuchen, den Meli auf der Herfahrt aus dem Bus gesehen hatte. Der einzige Haken: Sie wusste nicht mehr so ganz genau WO das gewesen war. Also stiefelten wir munter los die Busstrecke zurück, kann ja nicht so weit sein...dachten wir! Nach einer Stunde Fußmarsch brachen wir das Vorhaben dann enttäuscht ab...entweder hatte sich der Markt in Luft aufgelöst oder er muss umgezogen sein, war unser Fazit.

Also gab es erstmal Frustessen im BurgerKing und anschließend ging es weiter zu etwas, dass heute endlich mal klappte: Eine e-Roller-Sightseeing-Tour! Diese hatte ich morgens bei TripAdvisor gefunden und dem deutsch sprechenden Inhaber noch kurzerhand geschrieben. So machten wir uns um 15 Uhr munter auf den Weg kreuz und quer durch die Stadt. Die kleinen Flitzer, die wie Tretroller aussehen sorgen ganz schön für Aufsehen und machen riesig Spaß. Zudem gibt es in der vollen Innenstadt vermutlich kein schnelleres Fortbewegungsmittel. So schauten wir uns in den folgenden 3,5 Stunden so ziemlich alle Sehenswürdigkeiten der Stadt an und fuhren sogar hoch auf den schönen Cerro Santa Lucia.

Nachdem wir anschließend sogar noch zufällig in einen Markt stolperten, wie wir Vormittags gesucht hatten und wir ab 20 Uhr sogar wieder Geld mit Melis Kreditkarte bekamen, schien es mit dem letzten Tag doch wieder bergauf zu gehen.

Doch dann kam leider wieder das Abendessen, dass bei Meli ganz und gar nicht gut war...und das am letzten Abend. Anschließend stellten wir fest, dass sie in Santiago offenbar um 22 Uhr schon die Bordsteine  hochklappen...so dass wir nicht mal mehr einen Cocktail trinken gehen konnten.

Etwas enttäuscht machten wir uns auf den Rückweg, wo uns dann ein kleiner Mini-Market immerhin noch ein bisschen den Abend rettete: Mit Empanadas, Chips, Bon-o-bons und Getränken ausgestattet ging es dann letztlich doch noch versöhnt zurück ins Hotel!

Morgen früh geht unser Flieger und danach melde ich mich nochmals hier mit einem kleinen Reise-Rückblick!

Santiago de Chile - Tag 1

Unser Urlaub nähert sich dem Ende und so hieß es für uns heute das letzte Mal weiterreisen und zwar in die Hauptstadt des Landes. Von dem kleinen Flughafen in Calama starteten wir vormittags ins zwei Flugstunden entfernte Santiago de Chile. Vorbei an der Bergkette der Anden ging es Richtung Süden, wo wir pünktlich landeten.

Nach unserem Bustransfer in die Innenstadt stellten wir im Hotel dann fest, dass nun auch unsere zweite Kreditkarte ihren Dienst verweigerte. Ziemlich peinlich, wenn man bedenkt, dass wir uns zum Abschluss der Reise extra nochmal ein richtig nobles Hotel gegönnt haben. Dank unseren Not-US-Dollar konnten wir aber immerhin noch unsere erste Nacht bezahlen, so dass wir ins Zimmer durften.

Dank deutscher Unterstützung und Western Union mussten wir den restlichen Tag dann aber doch nicht komplett im Hotel verbringen, sondern konnten nochmals losziehen.

So machten wir uns auf den Weg zum Cerro San Cristobal, sozusagen der Stadt-Berg von Santiago. Mit einer 90 Jahre alten Seilbahn ging es den steilen Berg hinauf, von welchem wir eine grandiose Aussicht über die Stadt hatten. Nach einem leckeren Eis und einem kurzen Aufstieg zur Marienstatue wollten wir uns über einige Pfade zu Fuß auf den Weg zurück ins Tal machen. Dumm nur, dass alle Pfade und Abkürzungen gesperrt waren... So blieb uns letztlich nur der über 5 km lange Weg um den Hügel herum übrig. Dieser bescherte uns jedoch dafür immerhin noch einige schöne Aussichten und die Begegnung mit einer riesigen Spinne mitten auf der Straße.

Nachdem wir auch diese Hürde gemeistert hatten, kamen wir unten wieder im Künstler- und Partyviertel Bellavista an. Dort sind alle Hauswände mit wunderschönen Graffities bemalt und eine Kneipe reiht sich an die nächste. Aufgrund vorheriger Recherche fanden wir dort auch den tollen Patio Bellavista - ein etwas versteckter Innenhof inmitten des Viertels. Dort befinden sich jede Menge kleine Läden und leckere Restaurants, wo wir schließlich in gemütlichen Stühlen sitzend zwei Monster-Mojitos und eine Tortilla-Platte bestellten - soooo lecker!

Anschließend ging es dann aber ab ins bequeme Bett im 5. Stock.

Sonntag, 15. November 2015

Calama - Tag 2

Die passende Überschrift für den heutigen Post wäre wohl: Shopping-Wahn...

Nachdem wir gemütlich ausgeschlafen hatten, machten wir uns mittags auf den Weg in die Innenstadt. Uns war zuvor gesagt worden, dass  Calama so hässlich ist, dass hier bereits ein Tag zu viel sei. Diesen Eindruck konnten wir jedoch nicht bestätigen: Wir fanden einen lebhaften Plaza de Armas mit schönem Brunnen und jeder Menge bunt bemalter Häuser drumrum. Eine schöne Kirche und eine große Fußgängerzone schlossen direkt daran an. Auf dem Weg durch die Fußgängerzone stießen wir dann auf das erste große Kaufhaus...und dann ging es los. Durch niedrige Preise und verrückte Rabattaktionen inspiriert, füllten sich im Nu die ersten Shopping-Tüten.

Anschließend ging es mit dem collectivo weiter. Das hat sich hier mittlerweile zu unsrem Lieblings-Transportmittel gemausert. Durch die ganze Stadt fahren ununterbrochen hunderte dieser Autos mit Nummern auf dem Dach. Jede Nummer hat ihre eigene Route und durch Fragen bzw teilweise auf das Dach geschriebenen Straßennamen kann man sich einigermaßen zügig orientieren. Der Unterschied zum Taxi ist ein günstigerer Fahrpreis und die Tatsache, dass jederzeit Leute zusteigen und wieder aussteigen können.

Schnell hatten wir das richtige Taxi zur großen Shopping-Mall gefunden und standen nicht mal zehn Minuten später mitten im Breuningerland von Calama ;-)

Als erstes zog es uns zum riesigen Food-Court...ein Paradies für mich! Dort reiht sich ein Fast-Food-Imbiss neben den anderen, so dass man sich kaum entscheiden kann. Letztlich fiel die Wahl auf eine Hotdog-Bude mit jeder Menge Optionen zum belegen. Nachdem wir unser kleines Würstchen-Monster verschlungen hatten, ging es dann hinein in die Shopping-Welt.

Dummerweise gibt es hier natürlich nur Sommerklamotten, aber nichts desto trotz packten wir die Taschen voll...gut dass wir nicht mehr so viel reisen müssen :-D

Nachdem wir alles ins Zimmer geschafft hatten, ging es abends dann noch in ein leckeres Steakhaus, wo es Spare Ribs gab, bis wir fast platzten.

Dummerweise scheint meine Kreditkarte das Ganze nicht ganz so vertragen zu haben, denn sie funktioniert nicht mehr, wie wir abends feststellten. Gut wenn man immer einen Notgroschen in US-Dollar dabei hat...die sollten uns wenigstens übers Wochenende retten.

Samstag, 14. November 2015

Calama - Tag 1 / Chuquicamata

Nach fast einer Woche ging es heute mal wieder weiter, allerdings nur etwa 90 km in westliche Richtung. Dort liegt die etwas größere Stadt Calama. Der eigentliche Grund für unseren Aufenthalt dort, ist der dortige Flughafen, von welchem wir am Sonntag nach Santiago starten.

Um die Zeit dort jedoch etwas sinnvoll zu nutzen, haben wir uns natürlich nach Sehenswürdigkeiten erkundigt...und wurden fündig: Direkt neben der Stadt befindet sich der größte Tagebau der Welt!

Nach vorherigem Kontakt mit dem Betreiber war es uns möglich das Areal im Rahmen einer Führung zu besichtigen...und diesmal sogar kostenlos :-)

Am frühen Nachmittag wurden wir freundlich im Besucherzentrum der Firma empfangen und erstmal mit allen Sichwerheitsrichtlinien vertraut gemacht. Wir fühlten uns schon fast wieder wie in Deutschland. Nachdem wir noch mit Bauhelm, Warnweste und Atemschutzmaske ausgetestattet worden sind, ging es dann in einem Bus in Richtung der Mine nach Chuquicamata.

Unser erster Stop führte uns in eine Geisterstadt direkt am Rande des Tagebaus. Wir erfuhren, dass dieses Dorf von der Firma ursprünglich für die Minenmitarbeiter gebaut worden war und schließlich bis auf 25000 Einwohner anwuchs. Andrea, unsere Führerin, sowie zwei weitere Besucher haben selbst in dem Dorf gewohnt bzw sind dort aufgewachsen. Aufgrund der beständigen Ausweitung der Mine, sowie der zunehmenden Staub- und damit Gesundheitsbelastung wurden 2008 schließlich alle Einwohner nach Calama  umgesiedelt. 

Die ältesten Gebäude des seitdem verlassenen Ortes sind von 1916, ein Jahr erbaut nachdem der Tagebau begonnen wurde. Und so herrschte rund um den menschenleeren Dorfplatz eine gewisse Wild-West-Atmosphäre mit alten Salons, Kinos, Kneipen und allem was dazu gehört. In einem der Gebäude erfuhren wir dann alles wissenswerte rund um den Kupferabbau, um den sich hier alles dreht.

Anschließend ging es dann endlich rein in den riesigen, weißen Kessel. Der Tagebau ist nämlich eine in den letzten 100 Jahren immer größer werdende Grube mit gigantischen Ausmaßen. Mittlerweile ist sie 5 km lang, 3 km breit und 1 km tief. Von einer Aussichtsplattform hatten wir einen super Blick über die gesamte Anlage, aber die Dimensionen waren dennoch fast nicht vorstellbar. Die kleinen schwarzen Punkte bzw Fahrzeuge die ihr auf dem Foto seht, sind 300 Tonnen schwere Megalaster...

Nach diesem beeindruckenden Ausblick ging es dann wieder zurück in die Stadt, wo wir den ersten richtigen Supermarkt seit Lima fanden. Dort nahmen wir uns erstmal ein paar Kleinigkeiten mit ins Zimmer. Dort schauten wir dann etwas fern und erfuhren von den traurigen Ereignissen in Paris :-(

Nachdem wir geschockt einige Zeit den Bildern gefolgt sind, machten wir uns aber gegen 20 Uhr dann trotzdem auf den Weg um etwas zu abend zu essen. Da wir aufgrund des gestrigen Abend nicht schon wieder Steak Essen wollten, hatten wir uns einen Chinesen  ausgesucht. Nach einem viertelstündigen Marsch kam die Ernüchterung: Alles war stockdunkel und geschlossen. Daraufhin folgte ein einstündiger Irrmarsch quer durch die Stadt, ohne dass wir etwas anderes fanden. Als wir schließlich erneut an der gleichen Stelle vorbeikamen, hatte das Restaurant dann plötzlich geöffnet...das soll mal einer verstehen. Naja, das leckere Essen und die riesigen Portionen entschädigten schließlich noch für den langen Spaziergang :-)

Die übrige Nacht über blieben unsere Gedanken schließlich weiterhin in Paris, ohne dass wir es so richtig verstehen können und wollen.

Donnerstag, 12. November 2015

San Pedro de Atacama - Tag 4

Der Tag heute begann für mich schon um 4 Uhr morgens, da ich nicht mehr schlafen konnte. Statt also blöd im Bett rumzuliegen, entschloss ich mich dazu aufzustehen und den nächtlichen Sternenhimmel hier zu bewundern.

Es ist unglaublich wie viele Sterne man hier sieht! Die komplette Milchstraße war erkennbar und sogar eine Sternschnuppe flog am Horizont vorbei. Nachdem ich versucht hatte diesen atemberaubenden Nachthimmel fotografisch noch irgendwie festzuhalten, huschte ich dann aber doch nochmal unter die warme Bettdecke, um ein bisschen zu schlafen.

Meine Schlafmütze neben mir schaffte das mit Bravour und war bis um 11 Uhr nicht aus den Federn zu bekommen. Das war heute jedoch auch nicht schlimm, da wir bis abends nichts besonderes geplant hatten.

Mittags schlenderten wir deshalb nochmal ein bisschen durchs Dorf und fanden dabei endlich die beste Eisdiele in San Pedro! Über die hatten wir schon einiges gelesen, sie aber nie entdeckt. Dort gab es ausgefallene Eissorten von lokalen Früchten, Coca-Sträuchern und sogar ein Eis mit Pisco Sour-Geschmack -> lecker!

Da es morgen weiter geht, reservierten wir zudem noch für abends einen Tisch in einem der besten Restaurants in der Stadt und bequemten uns anschließend erstmal wieder in unsere Hängematten.

Am Abend bestätigten sich dann die Kritiken: Das Rindersteak war perfekt gegart und die anschließend servierte Crème brulée ließ nicht nur den Zucker, sondern auch Meli dahinschmelzen...

Nach einer abschließenden Cocktailrunde ging es dann in Richtung Hostel, von wo aus wir um 23 Uhr tatsächlich nochmal durchstarteten: Und zwar ging es - für mich zum zweiten Mal heute - zum Sternegucken. Denn San Pedro kann man nicht verlassen, ohne zumindest eine Sternenwarte besucht zu haben.

In einer kleinen Sternenwarte wurde uns zunächst das Universum recht anschaulich erklärt, bevor wir raus in die kalte, klare Nacht gingen, um es uns in Wirklichkeit anzuschauen. Aufgrund der hier herrschenden Dunkelheit waren unglaublich viele Sterne, Galaxien und Nebelfelder sichtbar. Zudem gab es genau zum Zeitpunkt unseres Besuchs einen Meteoritenschauer, weshalb wir einige Sternschnuppen beobachten konnten. Nach einigen  faszinierenden Blicken durch ein riesiges Teleskop in der Kuppel ging es dann aber endgültig für uns ins Bett.

Mittwoch, 11. November 2015

San Pedro de Atacama - Tag 3

Nach den anstrengenden vorherigen beiden Tagen stand heute 'Relaxen' ganz oben auf unserem Programm.

Nachdem wir den vormittag hauptsächlich in den Hängematten unseres Hostels verbracht hatten und nebenher ein paar Schokocroissants vermampften, ging es nachmittags um 14 Uhr los zu der Therme von Puritama.

In der Talsenke eines Canyons befindet sich eine heiße Quelle, welche anschließend durch ein felsiges Flussbett sprudelt. Dieses wurde mit mehreren kleinen Schleusen aufgestaut, so dass sich klristallklare Badeseen bilden. Das Schöne ist, dass die Landschaft größtenteils naturbelassen ist und lediglich kleine Stege die Becken verbinden. Aufgrund der unterschiedlichen Nähe zur Quelle nimmt die Wassertemperatur von Becken zu Becken stetig ab, liegt aber selbst im kühlsten Becken noch bei knapp 30 Grad.

So ließen wir uns den Nachmittag über im angenehmen Wasser der Quelle treiben, massierten unsere Schultern unter kleinen Wasserfällen und genossen die heute angenehme Sonne, die tatsächlich ab und zu von ein paar Wolken verdeckt wurde.

Am Abend testeten wir schließlich noch zwei neue Restaurants mit der Erkenntnis, dass sie Pizza hier zwar etwas besser können als in Bolivien, Tiramisu dafür überhaupt nicht...naja, großartige einheimische Kost findet man in San Pedro nur schwer, deshalb müssen wir uns noch überlegen worauf wir morgen wohl zurückgreifen werden.

Dienstag, 10. November 2015

Reitausflug San Pedro - Tag 2

Heute Morgen ging es mir um Glück wenigstens ein bisschen besser, so dass ich die Tour fortsetzen konnte, was zuvor fraglich gewesen war.

Also hieß es nach einem kurzen Frühstück wieder rein in die Sattel und raus in die Pampa. Heute ging es direkt mitten rein in die lebensfeindliche Wüste. Durch Sandverwehungen hindurch bahnten wir uns unseren Weg in Richtung des 'Valle de la luna'. Wiederum ein kurioses Tal, welches durch Erosion von Wind und Wetter entstanden ist. Aufgrund der zusätzlichen Vermischung mit dem vielen Salz hier, sieht die Landschaft tatsächlich mondähnlich aus, weshalb sie auch von vielen Autoherstellern für ihre Werbeaufnahmen genutzt wird. Von unsrem Guide erfuhren wir, dass erst letzte Woche Porsche hier groß gedreht hatte.

Im Galopp ging es wiederum einige Dünen hinauf und rein in schmale Canyons kreuz und quer durch die Gesteinsformationen. Aufgrund der vorherrschenden Windstille war es noch heißer als gestern und unsere bereits erschöpften Körper waren kurz vor dem Kollaps. Gerade zur rechten Zeit, legten wir eine Mittagspause im Schatten ein, um die restlichen Energiereserven für den Heimweg zu mobilisieren.

So schafften wir es schließlich wieder zurück nach San Pedro, wo sich die Pferde ihre Pause redlich verdient haben! Wir selbst sind auch so am Ende, dass wir erstmal ins Bett fielen und dort heute wohl auch nicht mehr groß heraus kommen werden...

Reitausflug San Pedro - Tag 1

Um 9:30 Uhr trafen wir uns in der Rancho Cactus mit zwei Französinnen und unserem Guide um in ein zweitägiges Abenteuer zu starten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch frohen Mutes und hochmotiviert. Nachdem jeder sein Pferd zugewiesen bekommen hatte, hieß es rein in die Sattel und ab in die Wüste. Ach richtig - das mit dem Klima hier hatten wir zuvor nicht ganz so durchdacht: Die Atacama-Wüste ist eine der trockensten Regionen der Erde und dementsprechend auch keine Wolken. Das wiederum hat eine enorme Hitze und staubtrockene Luft zur Folge - eine schlechte Kombination wie ihr später noch erfahren werdet.

Naja, zunächst mal ging es noch entlang einiger staubiger Straßen in Richtung Norden, wo wir bald den ersten Canyon erreichten. Auf einem schmalen Trampelpfad, dem Paso de los Toros, ging es zickzack den Canyon hinauf, bis wir das komplette Tal, sowie die angrenzende Salzwüste und San Pedro de Atacama überblicken konnten.

Als unser Guide schließlich an der Kliffkante ankündigte, dass wir dort jetzt runterreiten lachten wir zunächst noch...bis wir realisierten, dass er das tatsächlich ernst meint! Unterhalb der Kante befand sich nämlich eine riiiiesige Düne, die es kurz darauf mit den Pferden und teilweise im Galopp bergab ging. Nur mein Opa-Pferd Granito, stolze 29 Jahre alt, ging es etwas gemütlicher an, was mir die Gelegenheit gab, ein paar Fotos während des Abstiegs zu schießen :-)

Anschließend ging es durch die kuriosen Gesteinsformationen im Tal des Todes. Der Name beruht übrigens auf einem schlichten Übersetzungsfehler: Ursprünglich hieß es 'valle de martes' (also Mars-Tal, benannt nach dem Planeten), bis ein berühmter Belgier mit seiner schlechten spanischen Aussprache daraus das 'valle de la muerte' - das Tal des Todes - machte. Da es mittlerweile Nachmittag geworden war, passte der neue Name jedoch ganz gut zu den dort mittlerweile vorherrschenden Temperaturen. Seit dem Mittagessen ging es mit mir bereits beständig bergab, wobei unklar war, ob es an der Anstrengung, der unbarmherzigen Sonne oder etwas anderem lag. Auf jeden Fall schleppte ich mich - oder besser gesagt mein Granito schleppte mich - schließlich mit letzter Kraft ins Camp.

Dort galt es dann zu allem Überfluss auch noch das Zelt selbst aufzubauen - was wir als Anti-Camper bisher mal so gar nicht gewohnt waren. Als dann auch diese Hürde noch gemeistert war, kam die eigentliche Belohnung: Assado und kaltes Bier. Eigentlich ein Traum für mich, allerdings ging es mir zwischenzeitlich so elend, dass ich mich nach einem Bissen Fleisch und zwei Schluck Bier bereits ins Zelt verziehen musste - so schade! :-(

Meli konnte ein bisschen mehr davon genießen. Allerdings sind unsere Po's beide das Reiten nicht ganz so gewohnt, so dass auch sie ein wenig zu leiden hatte und dann zeitnah ins Bett huschte.

Montag, 9. November 2015

San Pedro de Atacama - Tag 2

Heute schliefen wir das erste Mal seit langem wieder so richtig aus. Nachdem wir dann im Ort ein paar Lebensmittel eingekauft hatten, gab es im Gartenbereich unseres Hostels Vesper mit frischem Baguette (direkt vor unserer Tür ist der vermutlich beste Bäcker ganz Chiles!), Salami und frischem Obst. Nebenher unterhielten wir uns mit zwei asiatischen Kaliforniern, die mit ihren beiden Kindern Tai und Jamie eineinhalb Jahre lang rumreisen. Und das ist mit den beiden Frechdachsen sicher kein leichtes Spiel!

Nachdem wir anschließend nochmal eine Runde auf den Hängematten relaxten, ging es um 16 Uhr los zu einem kleinen Ausflug.

Als erstes standen die Lagunen Cejar und Piedra auf dem Programm. Das besondere an den Lagunen, welche inmitten des Salar de Atacama liegen, ist ihr hoher Salzgehalt von 30-40 %. Dieser liegt somit über dem des toten Meeres, was zur Folge hat, dass man dort problemlos an der Oberfläche treiben kann. Dies taten wir dann auch und die kühle Lagune war eine super Abkühlung von den wüstenhaften Temperaturen. Nachdem wir uns eine Stunde lang von allen Seiten im Wasser gewälzt und anschließend von unserem Salzpanzer wieder befreit hatten, ging es weiter zur Lagune Tebenquiche. Diese ist aufgrund millionen Jahre alter Bakterien streng geschützt. Sie bietet jedoch ein wunderbares Panorama zum Sonnenuntergang, der uns mit Pisco Sour und einigen kleinen Snacks noch zusätzlich versüßt wurde.

Zurück in San Pedro gönnten wir uns dann zusammen noch eine Pizza, bevor es zum Packen zurück ins Hostel ging.

Morgen steht uns nämlich ein zweitägiger Reitausflug durch die Wüste bevor, weshalb ihr auch erst wieder übermorgen etwas von uns hören werdet!